Zwei Weltkriege brachten ihn nicht zu Fall

von Elena Strehle

SPD-Ortsverein Obernbeck feiert sein 100-jähriges Bestehen mit Jubiläumsveranstaltung

c/o: Westfalen-Blatt

Vom Westfalen-Blatt am 24.09.2019

Löhne-Obernbeck. Die SPD erlebte die Diktatur und auch die weiteren Entwicklungen in der Nachkriegszeit mit. Seit 100 Jahren besteht der SPD-Ortsverein Obernbeck. Dieses Jubiläum haben die Mitglieder und ihre Gäste am Sonntag im Alten Wartesaal des Löhner Bahnhofs gefeiert.

Egon Schewe, SPD-Stadtverbandsvorsitzender und Vorsitzender des Ortsvereins, blickte auf die Entwicklung des Ortsvereins zurück, der am 5. September 1919 gegründet wurde. Die Bevölkerung habe sich nach dem Ersten Weltkrieg in größter Not befunden und wollte Veränderung. Schnell sei der Ortsverein deshalb auf 40 Mitglieder angewachsen, bis sich die Situation im Jahr 1933 drastisch verschlechtert habe: Durch das Ermächtigungsgesetz wurde die Diktatur eingeführt. Drei Mitglieder des Ortsvereins seien verhaftet worden. Die SPD wurde bis 1945 verboten.

Die Nachkriegszeit sei sehr schwer gewesen. So mussten beispielsweise der Ortsteil Obernbeck wieder aufgebaut und mehr als 1000 Flüchtlinge integriert werden. In diesen Jahren habe die SPD einen Anteil an den vielen Veränderungen gehabt. Während der Amtszeit des Bundeskanzlers Willy Brandt in den 1970er Jahren sei die Mitgliederzahl rapide angestiegen. Das sei vergleichbar mit dem Anstieg im Jahr 2017 durch den damaligen Bundestagskandidaten Martin Schulz.

Eingeladen waren für das Fest viele Gäste aus der Politik. Bürgermeister Bernd Poggemöller hielt die erste Rede und betonte, dass der Ortsverein einen großen Anteil an der positiven Entwicklung des Stadtteils habe. Die politischen Ziele müssten auch in schwierigen Zeiten umgesetzt werden: »Diese Entwicklung gibt es hier. Das ist eine gute Entwicklung«, sagte er.

Wolfgang Böhm, Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat, bezeichnete die Partei als »Kümmerer«. Sie könne zwar nicht alles zaubern, aber: »Wir können uns bemühen.« Das müsse auch nach außen hin gezeigt werden.

Aus einer anderen Perspektive erzählte Rolf Bürgers, Pfarrer der Obernbecker Kirchengemeinde, von der früheren und heutigen Bedeutung der SPD. »Auch in schweren Zeiten haben Sie die Demokratie verteidigt«, meinte er. Der Wandel der Zeit führe nicht nur bei der SPD zu neuen Problemen: »Die SPD und die Kirche sitzen in einem Boot.«

Herbert Gerkensmeier, stellvertretender Vorsitzender des Vereinsrings Obernbeck, sieht die SPD als einen Wegbereiter für den Vereinsring. Durch die Verbindung mit dieser Partei sei der Vereinsring eine gute Einrichtung geworden.

»Sie kämpfen für ein solidarisches Miteinander«, fasste die heimische SPD-Landtagsabgeordnete Angela Lück die Arbeit des Ortsvereins zusammen. Für mehrere Jahre war sie Mitglied in diesem Ortsverein und sagte: »Es ist immer ein Stück nach Hause kommen.«

Landrat Jürgen Müller griff die Geschichte und die heutige Bedeutung der SPD in Obernbeck auf. Aufgrund des Engagements in der Nachkriegszeit sei aktuell in Obernbeck alles vorhanden, was die Bevölkerung braucht.

Stefan Schwartze, SPD-Bundestagsabgeordneter, weiß, dass sich der Ortsverein mit Angelegenheiten der Stadt und des Landes beschäftigt und darüber diskutiert, wie die Sozialdemokratie vorangebracht werden kann. »Ich wünsche mir, dass diese Arbeit weitergeht«, betonte er am Schluss seiner Rede.

Der Kabarettist Harald Meves führte durch das Programm. Auch Nadja Lüders, Generalsekretärin der NRW-SPD, war eingeladen worden und hielt eine Festrede. Am Abend wurde für die Gäste das Buffet eröffnet, bevor das Fest ausklang.

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