Wie kann ich mich möglichst nachhaltig selbst versorgen?

von Gaby Arndt

Angela Lück besucht den Selbstversorgerhaushalt Dachsel-Herzog in Bünde-Dünne

c/o Gaby Arndt

Bünde. Bei einer kleinen Stippvisite in Bünde-Dünne suchte Angela Lück Wolfgang Herzog und seine Lebensgefährtin die Künstlerin Gisela Dachsel auf, um sich die Idee des Selbstversorgers in Zeiten von Discountern und Co. als alternative Lebensform erklären und erleben zu lassen.

Die Lebensdevise des Paares: „Wir essen nur das, was wir selbst aus unserem  5000 m² Garten erwirtschaften oder im Tausch mit den anderen Mitgliedern des Clubs der Selbstversorger bekommen!“ Natürlich werden Produkte aus dem Bereich Bioland, die beispielsweise nicht verkauft werden können angenommen und, so Herzog, an seine Hühner oder Kaninchen verfüttert. „Vieles was in unserer Gesellschaft als unverkäuflich gilt, weil die Möhre krumm oder der Kohlrabi eine braune Stelle hat, ist essbar. Leider gibt es hier viel zu viele Normen, die ein bestimmtes Aussehen vorschreiben, die aber nichts mit der Qualität oder dem Geschmack zu tun haben.“ Im Garten Dachsel/Herzog gibt es keine Gentechnik und kein Gift, das das Wachstum der Pflanzen und Tiere beeinflusst und schädliche Stoffe ins Essen bringt. 

Natürlich kauft Herzog auch mal im Discounter, aber er lässt es sich nicht nehmen Verbesserungsvorschläge an Marktleiter weiterzugeben und darauf zu achten, dass sie auch umgesetzt werden. „Hilfreich hier wären Vorschriften, die sich auf die Bedürfnisse der Menschen, Tiere und Pflanzen einlassen und Plastik beim Einkauf vermeiden sollten.“, so Gisela Dachsel. Sie arbeitet gemeinsam mit den Landfrauen an einem Projekt zur Vermeidung von Plastik.

Beim Rundgang durch den Garten fällt auf, dass hier Mensch und Tier nur geringfügig im Wachstum und Leben beschnitten werden. „Sie haben hier ja wahnsinnig viele unterschiedliche Pflanzen, vom Walnussbaum über Spalierobst zu Beerensträuchern, ein kleines Paradies für alles was kriecht und fliegt.“ stellte Angela Lück erstaunt fest. Vieles erklärte Wolfgang Herzog wächst hier ohne sein Zutun, denn Eichhörnchen und Co. leisten hier ohne große Anstrengung ganze Arbeit.

Leider hat sich in den letzten Jahren der Verein deutlich auf 10 Mitglieder reduziert. Auch ein gepachteter Acker, den er in Parzellen zum Anbau von Gemüse an interessierte Bürgerinnen und Bürger vermieten wollte, fand keine große Resonanz. „Trotz Absprache mit dem ÖPNV, dass Gartengeräte im Bus transportiert werden können und somit hier auch eine Chance für junge Familien sich teilweise selbst zu versorgen bestand.“, resümierte der Selbstversorger.

„Was wünschen Sie sich denn für die Zukunft? Sie sind so umtriebig, dass es mir schwer fällt zu glauben, dass sie nach den negativ Erfahrungen der Ausweitung des Vereins sich auf ein Minimum beschränken wollen“, hakte Lück nach. Ein beispielsweise genossenschaftlicher Gedanke mit hiesigen Biolandanbietern oder anderen konventionellen Anbietern, schwebt dem aktiven Wolfgang Herzog alternativ vor. Hier sieht er noch Potential für ein gesünderes und plastikfreies Leben.

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