Wie die SPD-Bewerber den Wahlkreis 91 im Landtag vertreten wollen

von Gaby Arndt

Imke Schröder, Christian Antl, Tina Lüking und Christian Obrok wollen nach Düsseldorf. Bei der Vorstellung in der Werretalhalle wird auch gegen die schwarz-gelbe Landesregierung geschossen.

Löhne/Kreis Herford/Bad Oeynhausen. Nur eine oder einer kann die Nachfolge von Angela Lück antreten und für die SPD im Wahlkreis 91 für ein Landtagsmandat kandidieren. Mit Imke Schröder, Christian Antl, Tina Lüking und Christian Obrok möchten vier SPD-Mitglieder Bad Oeynhausen-Nord, Bünde, Kirchlengern, Löhne und Rödinghausen in Düsseldorf vertreten. Jetzt haben sich die vier Bewerberinnen und Bewerber den Parteimitgliedern des Wahlkreises bei der ersten von zwei Veranstaltungen, moderiert von Radio Lippe-Chefredakteur Markus Knoblich, vorgestellt.

Christian Obroks Botschaft lautet: „Weniger ich, mehr wir.“ Der 44-jährige zweifache Vater macht sich stark für besser ausgestattete Schulen sowie eine Abschaffung der Kitagebühren, „damit alle Kinder von Anfang an die besten Chancen haben“. Der Bünder spricht sich außerdem gegen den Ausbau der ICE-Trasse zwischen Bielefeld und Hannover aus. Zum Thema Klimaschutz meint Christian Obrok, dieser beginne vor Ort. Es brauche eine Energiewende mit „sozialdemokratischer Handschrift“. Auch in der Gesundheits- und Pflegepolitik fordert er ein Umdenken. Kurzum möchte Obrok „einen sozialen und wirtschaftlichen Neustart in NRW“ – unter SPD-Landesregierung.

„NRW muss wieder rot werden“

Imke Schröder ist vor vier Jahren der SPD beigetreten, um etwas zu verändern, sagt die Löhnerin. Die Juso-Kreisvorsitzende findet, Schulen sollten „keine Betreuungsstätten, sondern Orte, an denen man sich wohlfühlt“ sein. Auch die Vereinsstruktur ist der Studentin, die von klein auf im Schwimmverein aktiv ist, wichtig. „Ehrenamt ist nicht nur aller Ehre, sondern auch viel Förderung wert.“ Damit NRW ein Industriestandort bleibe, brauche es schnelles Internet – ohne, dass die Kommunen auf den Kosten sitzenblieben. Bus und Bahn müssten günstiger und verlässlicher, für Umwelt- und Artenschutz mehr getan werden, findet Schröder. „NRW muss wieder rot werden.“

Christian Antl möchte „ein Land aufbauen mit sicherer Energieversorgung“ und nachfolgenden Generationen eine intakte Umwelt hinterlassen. Der Mennighüffener Ortsvereins-Vorsitzende setzt sich auch für gut ausgebaute Haltestellen und einen besser getakteten Fahrplan ein, damit Bus und Bahn eine echte Alternative zum Auto werden. Er wolle die Region besser anbinden. Antl ist außerdem überzeugt: „Schwarz-gelb hat dieses Land zurückgeworfen.“ So gehe der Abbau von Betten in Krankenhäusern genau in die falsche Richtung. Zur AfD findet der Löhner noch klarere Worte. „Die AfD gehört nicht in ein demokratisches Parlament, sondern auf den Müllhaufen der Geschichte.“

Tina Lüking aus Kirchlengern findet ebenfalls: „Es kann nicht sein, dass der Lebensweg vom Geldbeutel der Eltern abhängig ist“ und fordert deshalb beitragsfreie Kitas. Wie ihren Mitbewerbern und ihrer Mitbewerberin sind der 46-Jährigen eine bessere Bezahlung von Pflegekräften und mehr Personal wichtig. „Vom Klatschen und Gutzureden kann ich mir kein Brot kaufen.“ Zum Klimaschutz sagt Lüking: „Unser Wahlkreis ist lebens- und liebenswert und muss es auch bleiben.“

Auch den Fragen der SPD-Mitglieder des Wahlkreises müssen sich die Vier stellen. Auf die Frage, ob die Rente gesichert ist, antworten Tina Lüking und Christian Obrok mit einem klaren „Ja“. Imke Schröder sieht das anders. „Viele setzen inzwischen auf private Vorsorge.“ Es fehle an Sicherheit. Christian Antl ist überzeugt: „Wenn gute Löhne gezahlt werden, können auch gute Renten gezahlt werden.“

Und wie man Nichtwähler an die Urne bekommt? Antl und Obrok setzen auf Politikerpräsenz, um zu vermitteln, dass jede Stimme etwas bewegen könne. Schröder und Lüking finden, man müsse den Querschnitt der Bevölkerung besser in den Parlamenten repräsentieren.

 

Weiterlesen in der Neue Westfälische 01.11.2021

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