Was kann die Politik für die Schüler tun?

von Elena Strehle

c/o: Dirk Windmöller

Besuch: Die stellvertretende Landtagspräsidentin Carina Gödecke war zu Gast in der Bertolt-Brecht-Gesamtschule. Dort diskutierte sie mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe. Ein wichtiges Thema im Lesezentrum war die Digitalisierung – nicht nur an der Schule

Von Dirk Windmöller

Löhne. Ihr rollendes Büro hat sie an diesem Morgen nicht von Bochum nach Düsseldorf gebracht, sondern nach Löh­ne. Rollendes Büro – so be­zeichnet die stellvertretende Landtagspräsidentin Carina Gödecke ihren Dienstwagen. Der steht ihr samt Fahrer zu.

Zu Gast war sie gestern an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule. Dort diskutierte sie mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe. Die hatten sich gut auf den Termin mit der Politikerin vorbereitet.

Im Selbstlernzentrum der Schule stellte ein Mitarbeiter der Landtagsverwaltung zunächst die Arbeit des Landtages vor. Dazu gehörte während der Präsentation auch eine Grafik, die die Sitzverteilung der Parteien im Landtag zeigt. Die war aber offensichtlich nicht aktuell. „Die zeigt die AfD noch mit mehr Sitzen, als die Grünen haben. Das hat sich mittlerweile verändert. Die AfD hat durch Streitigkeiten drei Sitze verloren. Jetzt ist die AfD die kleinste Fraktion“, sagte Gödecke.

Die Partei sieht an der Gesamtschule noch weniger Land. „Vor den Landtagswahlen haben wir hier Testwahlen durchgeführt. Das Ergebnis war, dass die AfD hier keinen Sitz bekommen hätte“, sagte Schulleiterin Daniela Gehring.

Was kann die Politik für die Schüler tun? Um diese Frage ging es in vielen Bereichen der Diskussion. „Finden Sie es richtig, dass sich der Bund beim Digitalpakt für Schulen in die Kompetenzen der Länder einmischt?“, wollte eine Schülerin wissen. „Wenn wir wollen, dass die Schulen gut ausgestattet sind und das die Länder alleine nicht schaffen, ist es richtig, dass der Bund auch mitmacht“, antwortete die SPD-Politikerin.

Als unzulässige Einmischung hätten aber alle Bundesländer empfunden, dass sich die Länder grundsätzlich mit 50 Prozent an allen Investitionen beteiligen müssten. Das habe man erfolgreich zurückgewiesen und einen guten Kompromiss gefunden.

Um die Digitalisierung ging es auch einem anderen Schüler. Er wollte wissen, wie es bei der Versorgung mit schnellem Internet im ländlichen Raum aussieht. „Das ist einer der Schwerpunkte in der Arbeit der Landesregierung. Darüber
sprechen wir auch oft im Parlament.“ Die konkreten Maßnahmen würden eine enge Abstimmung mit den Kommunen erfordern.

Dazu weiß Bürgermeister Bernd Poggemöller die Details. „In Löhne haben 90 Prozent der Haushalte mindestens 30 Mbit.“ Die zehn Prozent, die noch kein schnelles Internet haben, immerhin 800 Haushalte, könnten bald schneller unterwegs sein als die anderen. „Die werden 100 Mbit bekommen. Die Ausschreibungen für den Bau laufen.“

Mit Blick auf die Digitalisierung in den Schulen fragte eine Schülerin, ob gerade ältere Lehrer kompetent genug seien in der Nutzung von Tablet und computergesteuerter Tafel. „Es geht nicht nur um Digitalisierung, es geht um Inhalte.“ Und in dieser Kombination lägen viele Vorteile. Natürlich sei es nicht selten der Fall, dass Schüler in der Nutzung von Tablet und PC besser sind als die Lehrer. Die wiederum hätten aber eben die Kompetenz, die Inhalte zu vermitteln. „Da kann man sich gut ergänzen. Das bedeutet eine ganz neue Qualität in der Beziehung zwischen Schülern und Lehrern.“

Sympathie zeigte Gödecke für die Schüler, die sich in der Fridays for Future-Bewegung engagieren und freitags lieber demonstrieren, als zur Schule zu gehen.

Die Schüler machten auch den Sprung aus der Schule. Über den Hambacher Forst wurde ebenso gesprochen wie über den wachsenden Antisemitismus und das bedingungslose Grundeinkommen. Dessen Einführung sieht die Politikerin kritisch.

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