Was ist eine EUTB Beratungsstelle?

von Elena Strehle

c/o: Gaby Arndt

Um dieser Frage nachzugehen, traf sich die Landtagabgeordnete Angela Lück in der vergangenen Woche mit dem Vorstand der AG Selbsthilfe Ute Ellerbrock und Brigitte Fischer und der EUTB-Beraterin Sylvia Brinker in der neuen EUTB-Beratungsstelle für den Kreis Herford, in der Bäckerstr. 33.

„EUTB ist die Abkürzung für Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung, aber was genau bedeutet das?“, erkundigte sich Frau Lück. „Hierbei handelt es sich um ein neues kostenloses Beratungsangebot zur Stärkung der Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung und von Behinderung bedrohter Menschen (§32 SGB IX)“, erklärte Frau Brinker.

„In den Kreis Herford geholt wurde die EUTB durch die Kooperation der Lebenshilfe e.V., dem Gemeindepsychiatrischen Verbund und der Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfe“, so Frau Ellerbrock, „im Juni diesen Jahres sind wir nun mit 1,8 Beraterstellen gestartet.“

Diese Teilhabeberatungsstelle mit dem Namenszusatz „Ergänzend und Unabhängig“ ist die Realisierung des Artikels 26 der UN Behindertenrechtskonvention. Die Bundesregierung setzt mit der EUTB (Ergänzende und Unabhängige Teilhabeberatung) die Forderung nach der sogenannten Peer-Beratung um. „Peer bedeutet, dass Menschen mit Behinderungserfahrungen sich gegenüber sitzen“, so Brinker. „Also Betroffene beraten Betroffene mit ähnlicher Problematik.“

Erfahrungen haben gezeigt, dass diese Form der Beratungskultur, in denen Menschen mit gleicher oder gleichartiger Behinderung im Dialog stehen, selbstbestimmter und unabhängiger agieren können. Voraussetzung ist natürlich, dass man sich mit seiner eigenen Behinderung fortlaufend und sorgfältig auseinandersetzt. „Wenn man seine Grenzen gut einschätzen kann, aber andererseits auch genau weiß, wo seine Stärken sind, können wir eine ressourcenorientierte Beratung bestmöglich gewährleisten.“, erklärte Frau Fischer.

„Wie würden Sie die Ziele Ihrer Beratungsform beschreiben?“, erkundigte sich Frau Lück.

„Bei uns erhalten Menschen Unterstützung zu allen Themen rund um das Leben mit (drohender) Behinderung: z. B. bei der Leistung von medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen im Hinblick auf den zuständigen Rehabilitationsträger, aber auch bei der Suche nach beruflichen Perspektiven oder Leistungen zur sozialen Teilhabe, Unterstützung in Krisen- und Konfliktsituationen, Teilhabe an Bildung. Jeder Mensch sollte sein Leben selbstbestimmt im Rahmen seiner Möglichkeiten gestalten können. Dafür stehen unsere Beratungsstellen allen bundesweit, kostenlos und unabhängig zur Verfügung.“

Die EUTB ist Ergänzung bestehender Beratungsangebote: Weder ersetzt sie diese, noch steht sie in Konkurrenz dazu. BeraterInnen der EUTB`s sind ausschließlich den Ratsuchenden gegenüber verpflichtet und werden dafür aus Bundesmitteln finanziert. Sie sind bundesweit und lokal vernetzt und entwickeln gemeinsam mit dem Gegenüber passende Lösungen.

Frau Lück zeigte großes Interesse an der Peer-Beratung, dem jetzigen Stand der Implementierung im Kreis Herford und sagte ihre Unterstützung zu, an der lokalen Entwicklung mit Ideen zum Ausbau der Netzwerk-Arbeit.

„Wir arbeiten hier nach dem Prinzip ‚Eine/r für alle‘. In der Praxis bedeutet das, Ratsuchende im Kreis Herford sich mit allen Anfragen zu Teilhabebeeinträchtigungen an die EUTB wenden können: 05221 27696 20 oder info@eutb-herford.de.

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