Viel Potenzial zwischen Bahn und Werre

von Elena Strehle

c/o: Gaby Arndt

Von: Dirk Windmöller

Löhne. Heimspiel für Angela Lück. Die heimische SPD-Landtagsabgeordnete machte gestern mit ihrem Fraktionskollegen Christian Dahm Station in Löhne auf der gemeinsamen Sommertour der Abgeordneten.

Station kann man in diesem Zusammenhang auch wörtlich nehmen. Im Bahnhof begann der Besuch. Dort stellte Günter Willig, Vorsitzender des Vereins „Löhne Umsteigen“ das Nutzungs- und Sanierungskonzept des Bahnhofs vor. „Auch wenn es noch eine Menge Arbeit gibt, hat der Verein schon viel erreicht. Da steckt viel Potenzial drin“, lobte Angela Lück.

Potenzial gibt es auch außerhalb des Bahnhofs. Das wurde bei dem Rundgang durch die Stadt deutlich. Bei der Führung durch Bürgermeister Bernd Poggemöller und Ulrich Niemeyer, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, standen weitere Projekte im Vordergrund, die auch – wie der Bahnhof – Teil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) sind.

Rund um den Findeisenplatz könnte sich in den nächsten Jahren eine Menge tun. Das machten die Vertreter der Stadt am Beispiel des leer stehenden alten Jugendamtsgebäudes deutlich. „Die Fläche hätten wir schon mehrfach verkaufen können“, sagte Poggemöller. Allerdings passten die Vorstellungen der Interessenten nicht mit den Ideen der Stadt zusammen. „Bei einer Fläche in dieser Lage warten wir lieber etwas länger, bis wir vom Konzept völlig überzeugt sind“, so Poggemöller. Klar sei, dass im Untergeschoss eines Neubaus an dieser prominenten Stelle gewerbliche Nutzung dazu gehört.

Um die Schaffung von Gewerbeflächen geht es auch bei der gewünschten Bebauung des letzten freien Stücks der Investorenwiese. „Woolworth ist weiter an einem Teil der Fläche interessiert“, sagte Niemeyer. Allerdings hält sich bei einigen Löhnern die Begeisterung für den Discounter in Grenzen. „Wir haben vernommen, dass das kritisch gesehen wird“, so Niemeyer. Woolworth habe allerdings die Optik seiner Standorte und die Art der Warenpräsentation deutlich verändert.

Schwer fällt es auch, für die Obergeschosse Ärzte zu finden, die sich auf der Investorenwiese mit ihrer Praxis niederlassen würden. „Da können wir uns aber auch Wohnungen vorstellen“, erläuterte Niemeyer der Gruppe.

Wolfgang Böhm, Vorsitzender der SPD-Fraktion, sieht durch das ISEK viele Möglichkeiten für die Entwicklung der Innenstadt. „Wir haben jetzt schon bemerkt, dass das Interesse von Investoren anzieht. Und wenn die ersten Maßnahmen umgesetzt sind, dann werden sich auch die Baulücken schließen.“

Christian Dahm reizt die Gestaltung der Alten Bünder Straße. „Wenn man die Linie zwischen dem Lidl und dem Bahnhof städtebaulich weiterentwickelt, würde das viele Chancen bieten.“

Im Rahmen des ISEK gibt es nicht nur Fördermöglichkeiten für die Sanierung des Bahnhofs und die Umgestaltung der Lübbecker Straße samt neuem Pflaster. Auch Privatleute, deren Häuser in der Innenstadt liegen, bekommen eine Förderung, wenn die Ideen der Steigerung der Attraktivität der Stadt dienen.

„Ich habe das Gefühl, dass der Stadtkern von Löhne aufgeweckt wurde. Jetzt geht es darum, mit den Bürgern gemeinsam das Stadtbild zu verändern“, sagte Lück.

Möglichkeiten bietet das ISEK auch, wenn es darum geht, die Werre erlebbarer zu machen. Dafür könnte die Fläche hinter der Werretalhalle genutzt werden. Denkbar wäre, auf der Fläche zwischen Wiese und Fluss Bänke und Tische aufzustellen. Die Stadt möchte, dass die Pflanzen am Fluss zum Teil entfernt werden, um die Sicht frei zu machen. „Darüber sind wir mit den Naturschutzbehörden im Gespräch“, sagte Poggemöller.

Mit Blick auf die Öffnung der Werre zur Stadt ist Löhne zumindest planerisch weiter als Vlotho, der Heimatstadt von Christian Dahm. „Die Anbindung der Weser wurde bisher katastrophal vernachlässigt. Da gibt es viel Nachholbedarf.“

Neue Westfälische vom 30.08.2018

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