30 Jahre Einsatz im Tierheim

von Gaby Arndt

Engagement: Viele Ehrenamtliche engagieren sich seit Jahren für Tiere in Not. In der Bünder Einrichtung werden die meisten Tiere im Kreis Herford abgegeben

c/o Celina Allard

Von Celina Allard

Bünde. Für den Tierschutzverein Herford gab es dieses Wochenende gleich zwei Gründe zum Freuen. Seit 80 Jahren besteht der Verein nun schon, davon ist Renate Siekkötter bereits 30 Jahre im Amt der 1. Vorsitzenden – und das musste gefeiert werden.

Am Samstag lud Siekkötter daher Vertreter der Politik und der Sparkasse, beide würde den Verein in großem Maße unterstützen, sowie Hauptamtliche des Tierheims, die Tierrettung Herford, Tiere in Not OWL sowie Tierpaten zu einer Jubiläumsfeier ein.

SPD-Politikerin Angela Lück richtete als Erste das Wort an die Gäste. „80 Jahre Tierschutz ist eine stolze Zahl. Und 30 Jahre davon ist Renate Siekkötter die Chefin hier. Sie ist der Dreh und Angelpunkt, wenn es darum geht, Tieren zu helfen“, sagte sie. Zu jedem der Tiere, die vom Tierschutz aufgenommen werden, wüsste sie die Geschichte. Sie päppele die Tiere auf und suche ein neues Zuhause für sie. „Dafür danke ich, auch allen Ehrenamtlichen, die sich hier kümmern. Ich wünsche allen die Kraft, sich für die Tiere in Not einzusetzen“, so Lück.

Seit dem 3. März 1939 gebe es den Tierschutz, erklärte Landrat Jürgen Müller. „Chapeau, dass es in diesen schwierigen Zeiten schon Menschen gegeben hat, die sich für Tiere eingesetzt haben!“ Bünde habe es auch vor allem Siekkötter zu verdanken, dass es hier seit dem 1. Januar 1998 ein Tierheim gebe. Er erinnere sich noch an einen sehr tragischen Fall, bei dem 1.200 Tiere auf einen Schlag ein Zuhause gesucht hätten.

„Hühner, Gänse, Fasane – wir haben die Ställe in einem alten Bauernhof umgebaut, um all die Tiere unterbringen zu können“, erinnerte sich Siekkötter. Sogar in ihrer Garage hätten sie eine Tauben-Quarantäne errichtet. „Heute fragt man sich, wie wir das damals geschafft haben. Aber wir haben für jedes der Tiere ein Zuhause gefunden.“

Auch Bürgermeister Wolfgang Koch habe aus dem Bünder Tierheim jetzt schon seine dritte Katze geholt.

Mitarbeiter haben schon „schlimme Dinge gesehen und erlebt“

„Tierzahlenmäßig sind wir hier die größte Kommune. Tiere brauchen unseren Schutz und hier erhalten sie ihn. Ich will gar nicht wissen, was die Mitarbeiter schon für schlimme Dinge gesehen und erlebt haben. Deswegen ist es sehr löblich, dass sie sich in ihrer Freizeit in diesem sensiblen Bereich engagieren“, sagte Koch und überreichte Siekkötter noch einen Umschlag für den Verein. Auch diese bestätigt, dass man im Tierschutz psychisch sehr belastbar sein müsse. „Man wird hier mit Dingen konfrontiert, die einem die Haare zu Berge stehen lassen.“

„Neue Ehrenamtliche können sich gar nicht vorstellen, dass dieser Missbrauch an Tieren so schlimm sein kann, bis sie es dann selbst erleben“, sagte die erste Vorsitzende des Vereins.

Vom Verein selbst erhielt sie noch anstelle eines Blumenstraußes einen Korb mit vielen Leckereien als Dank für 30 Jahre gute Zusammenarbeit. Bei Kaffee und Kuchen konnte der Tag dann in Ruhe ausklingen.

Am Sonntag ging es im Bünder Tierheim weiter mit einem Tag der offenen Tür. Auch hier konnten sich die Besucher über das 80-jährige Bestehen des Tierschutzvereins informieren.

Das bunte Programm mit einem Glücksrad-Quiz für Kinder oder Dosenwerfen sorgte für viel Spaß bei Jung und Alt.

 

Neue Westfälische vom 08.10.2019

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