"Sozialdemokratin mit Leib und Seele"

von Gaby Arndt

Ehrung: Toni Fritz ist seit einem halben Jahrhundert in der SPD

Sozialdemokratisches Trio: Landtagsabgeordnete Angela Lück (v. l.), Jubilarin Toni Fritz (50 Jahre in der SPD) und der Jubilar (25 Jahre SPD) Christian Heinen. Foto: Wolfgang Döbber

Von Wolfgang Döbber

Bad Oeynhausen-Dehme (nw). "Du hast die heißen Eisen angefasst und bist eine Sozialdemokratin mit Leib und Seele": Besondere Ehre für Toni Fritz, die von der SPD-Landtagsabgeordneten Angela Lück mit diesem Lob bedacht wurde und die goldene Ehrenurkunde für 50 Jahre Mitgliedschaft und Buch-Geschenke über die Geschichte der SPD erhielt.

Neben Fritz ehrte Lück im "Hotel Hahnenkamp" in Dehme auch den Vorsitzenden des Ortsvereins Eidinghausen-Dehme, Christian Heinen, für 25 Jahre Mitgliedschaft bei den Sozialdemokraten. Heinen leitet den Ortsverein seit 2016.

Lück skizzierte pfiffig die Beitrittsjahre 1968 von Fritz und 1993 von Heinen und entführte die anwesenden Mitglieder so in eine kurzweilige Geschichtsstunde. Waren die späten 60er auch vom Geist der Revolution und Widerstand geprägt, so gab es 1993 die Einführung der neuen fünfstelligen Postleitzahlen und die Bahnreform (Lück: "Die ist ja wohl leider gescheitert").

Toni Fritz war die erste Frau im Rat der Stadt Bad Oeynhausen, Bürgermeisterin und schob wichtige Vorhaben an, wie Lück betonte: "Du hast dich immer gut aufgehoben gefühlt in der SPD, immer wieder auch Ärger gemacht. Was sagten die Männer noch gleich bei deinem Start? Die hält das körperlich nicht durch! Manchmal wurdest du als Emanze beschimpft. Du hast Themen wie Schul- und Radwege auf die Schiene gesetzt, ich habe dich persönlich beim Frauen-Neujahrsempfang erstmals kennengelernt, erinnere mich, wie bodenständig du mit uns ins Gespräch gekommen bist."

1999 erhielt Toni Fritz den Ehrenring der Stadt Bad Oeynhausen und 2013 das Bundesverdienstkreuz. Lück betonte ebenso, dass Fritz unglaublich viel für die Rechte und die Gleichberechtigung der Frauen gemacht habe zu einer Zeit, als von Netzwerkern noch nicht die Rede war.

Christian Heinen, der in Rheinland-Pfalz geboren wurde und mit 15 Jahren nach Lüchow-Dannenberg kam, verteilte einen Flyer aus dem Jahr 1993, als er als junges Juso-Mitglied sich gegen die Castor-Transporte aussprach. War damals auch ein heißes Eisen.

 

Neue Westfälische Bad Oeynhausen, 22.06.2018

Zurück