Scharfe Kritik an Zwangsprostitution

von Elena Strehle

Petra Binnewitt löst Angela Lück nach zwei Jahren als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen ab.

Von Thorsten Mailänder

Kreis Herford. Zur neuen Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) wurde Petra Binnewitt aus Rödinghausen gewählt. Als Stellvertreterinnen fungieren Angela Lück und Susanne Rutenkröger, unterstützt von den Beisitzerinnen Brigitte Düsediekerbäumer, Ute Eilert, Julia Desirée Hillebrandt, Magdalena Monka, Natascha Nemetschek, Erika Reuter, Sylke Tesch und Tina Lüking.

In der Bünder Gaststätte „Wirtschaftswunder“ führte die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen zwei Jahre nach der Wiedergründung der AsF die Jahreshauptversammlung durch. Die Konferenz startete mit einem Frühstück der 36 Anwesenden, von denen 21 Genossinnen wahl- und stimmberechtigt waren. Die Vorsitzende Angela Lück berichtete von zahlreichen Aktivitäten auf verschiedenen Gebieten. „Eine Brauereibesichtigung gehörte auch dazu“, sagte die SPD-Landtagsabgeordnete. Sarab Aclan überbrachte in ihrer Funktion als Organisationssekretärin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für Ostwestfalen ein Grußwort. „Noch immer erwirtschaften Frauen durchschnittlich 21 Prozent weniger Lohn und Gehalt als Männer – für gleiche Arbeit. Die Entgeltlücke ist hierzulande nahezu konstant und größer als in den meisten EU-Ländern“, sagte Sarab Aclan. Sie unterstrich die Forderung der Gewerkschaften nach einer Anpassung der Gehälter.

Andrea Stroba und Ella Kraft, zwei engagierte Frauenrechtlerinnen aus der Region, berichteten den Konferenzteilnehmerinnen von den Ergebnissen und Eindrücken des dritten Weltkongresses gegen die sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen, der Anfang April 2019 an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz stattgefunden hatte.

Scharfe Kritik übten die beiden Frauenrechtlerinnen an der Zwangsprostitution. „Keine Frau macht so etwas freiwillig, auch wenn einige es behaupten“, sagte Ella Kraft. Die heute schlechte Lage der Prostituierten resultiert aus einer Gesetzesänderung aus dem Jahre 2001, die zu einer Liberalisierung führen sollte. „Niemand darf einen Menschen kaufen. Die Prostitution muss verboten werden“, sagte Ella Kraft und forderte eine Einfügung des nordisch-schwedischen Modells, bei dem die Frauen aus der kriminellen Ecke geholt werden „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, zitierte Ella Kraft den Artikel 1 des Grundgesetzes. Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen wurde am Montag. 25. November, begangen.

Die Wahlen zum Vorstand des AsF brachten für alle Kandidatinnen nahezu einstimmige Ergebnisse. „Wir wollen in zwei Jahren den Vorsitz wieder wechseln, sonst hast du ihn dauerhaft an der Backe“, sagte die frisch gekürte Bünder Bürgermeisterkandidatin Susanne Rutenkröger und schenkte Petra Binnewitt eine Flasche Bünder Laurentiuswein, passend zum Rot der SPD.

Neue Westfälische vom 27.11.2019

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