Säulendes SPD-Ortsvereins

von Elena Strehle

c/o: Gaby Arndt

Bünde (nw). Geballte 270 Jahre Mitgliedschaft in der So­zialdemokratischen Partei – darum ging es bei der diesjäh­rigen Adventsfeier des Orts­vereins Bünde im Parkhotel Sonnenhaus. Die Landtagsab­geordnete Angela Lück aus Löhne war gekommen, um sich bei acht langjährigen Mitglie­dern für ihre Treue zur SPD zu bedanken. Zu den Gratu­lanten zählten auch Fraktions­vorsitzende Andrea Kieper und Susanne Rutenkröger, Vorsit­zende des Bünder Stadtver­bands.

Im politisch bewegten Jahr 1968 ist Horst Oepping zur SPD gekommen. Geprägt durch ein sozialdemokrati­sches Elternhaus und angezo­gen von der Ostpolitik Willy Brandts fühlte er sich bei der SPD zu Hause. Im Kollegen-, Mitarbeiter- und Freundes­kreis führt er auch heute noch gerne politische Diskussio­nen. Beruflich war der Selbst­ständige beim Aufbau in den neuen Bundesländern tätig.

Mit Ulrich Althoff, Win­fried Keller und Erich Mund konnten drei Mitglieder für ihre 40-jährige SPD Zugehö­rigkeit geehrt werden. Bereits als 12-Jähriger sammelte Ul­rich Althoff einmal im Quar­tal die Mitgliedsbeiträge im Ortsverein Ennigloh ein. Die­se Aufgabe war ihm von sei­nem Vater Richard übertra­gen worden. Frühzeitig war er auch in die konkrete Wahl­kampfarbeit eingebunden. „Damals war es noch üblich“, so Angela Lück in ihrer Laudatio, „dass die Willy- Brandt-Plakate auf Fahrradanhänger geladen und anschließend an die hölzernen Strommasten ge­nagelt wurden“. Mit 14 Jah­ren begann Ulrich Althoff eine Lehre als Fernmeldetechniker, wurde Mitglied der IG Metall, war Jugendvertreter und spä­ter Betriebsrat sowie Betriebs­ratsvorsitzender. Ab Mitte der 60er Jahre wurden nicht nur die Haare länger, er beteiligte sich auch an der Gründung eines Jugendzentrums in Ennigloh und an den örtlichen Protesten gegen die Nieder­schlagung des Prager Früh­lings 1968 vor der russischen Militärmission in Bünde.

Von 1984 bis 1994 gehörte Althoff dem Stadtrat an. Er ge­wann seinen Wahlkreis in Ennigloh mit überzeugenden Mehrheiten von über 50 Pro­zent. Als Vorsitzender des Um­welt- und Verkehrsausschus­ses legte er u.a. den Grund­stein für eine fahrradfreundlinenden Ausbau des Radwege­netzes in Bünde. Im Septem­ber 2012 übernahm er den Vor­sitz im Ortsverein Bünde-Mit­te von Uwe Hoymann, der im Alter von erst 44 Jahren plötz­lich verstarb.

Winfried Keller fand über den Sozialistischen Hoch­schulbund an der Uni Biele­feld den Zugang zur SPD, war Bildungsreferent der Jusos Ostwestfalen-Lippe und hauptamtlicher Geschäftsfüh­rer ab 1949 im Kreis Herford und ab 2009 zusätzlich im Kreis Paderborn. Keller legte gro­ßen Wert auf parteiinterne Qualifizierung von Nach­wuchskräften und Ehrenamt­lichen durch politische Bil­dung. Seiner Meinung nach muss die SPD wieder mehr zur „Kümmerer“-Partei zurück­finden und die Lebenswirk­lichkeit von Arbeitnehmern ins Blickfeld nehmen.

Erich Mund, ebenfalls 40 Jahre in der SPD, vertritt in der Nachbarschaft wie im Freundeskreis gerne die sozialen Zie­le seiner Partei. Eine kritische Haltung hat er aber gegen­über Darstellung und Perso­nalpolitik der Parteiführung in Berlin.

Christian Rüter ist 1993 in den Ortsverein Spradow, heu­te verschmolzen mit dem Orts­verein Bünde, eingetreten. Dort war er ab 1997 zehn Jah­re Vorsitzender der Ortsgrup­pe und übernahm auch diver­se Aufgaben im Stadtverband Bünde der Partei. Nach fünf­jähriger Vorbereitung als sach­kundiger Bürger kandidierte er 1999 für den Rat, dem er bis heute angehört. Er hat den Vor­sitz im Jugendhilfeausschuss sowie im Ausschuss für Gene­rationen und Soziales.

Weitere Jubilare für 25-jäh­rige Mitgliedschaft waren Inge Meyer, Peter Lorenz und Falko Meier. Sie konnten krank­heitsbedingt oder aus anderen Gründen nicht teilnehmen und erhalten ihre Urkunden nachgereicht.

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