Per SMS in die Abstimmung

von Katharina Brand-Parteck

"Gut Fuß" in Düsseldorf

Löhne. Der Wanderclub „Gut Fuß“ und die AWO Löhne erkundeten ihre Landeshauptstadt Düsseldorf und besuchten die Landtagsabgeordnete Angela Lück im nordrhein-westfälischen Parlament.

An den Rheinterrassen in Düsseldorf wartete schon die Stadtführerin auf die Gruppe aus Löhne und Bad Oeynhausen. Während der Stadttour erfuhren die Angereisten, dass viele Herrscher das Stadtbild prägten, angefangen von den Wittelsbachern über Napoleon zu den Preußen, nicht zuletzt durch die beiden großen Kriege gab es immer wieder einen Erscheinungswandel. Aus den 400 Einwohnern des Dorfes an der Düssel wuchs im Laufe der Jahre eine Stadt mit über 600.000 Menschen, die nach dem 2. Weltkrieg zur Hauptstadt Nordrhein-Westfalens gekürt wurde. Und so endete die Führung vor dem Landtagsgebäude, in dem1989 das Parlament seine Arbeit aufnahm.

Nach der Informationsrunde durch den Besucherdienst ging es direkt in den Plenarsaal. Frau Lück saß im Präsidium und absolvierte ihren Schriftführerdienst, während die Kolleginnen und Kollegen über die Flüchtlingspolitik, die Einrichtung einer Enquete-Kommission zur Zukunft von Handwerk und Mittelstand und die berufsrechtliche Regelung von Syndikusanwälten debattierten.

Als die Gruppe den Plenarsaal verließ, machte sich auch die Landtagsabgeordneten schnell auf den Weg in den Sitzungssaal, in dem sie auf die Besucher traf. Etwas aus der Puste begrüßte sie die Be­sucher mit der Bemerkung: „So sportlich geht es hier an Plenartagen immer zu. Wenn im Plenum eine Abstimmung ansteht, bekommen alle Abgeordneten eine SMS auf ihr Handy, dann öffnen sich die Sit­zungstüren und alle laufen auf dem kürzesten Weg in den Plenarsaal, um rechtzeitig mit abstimmen zu können. Dieser Hinweis ist wichtig, da es an Plenartagen immer sehr viele Gespräche am Rande des Plenums gibt.“ berichtete Frau Lück weiter. „Das ist auch der Grund, warum Sie heute ein relativ dünn besetztes Plenum vorgefunden haben.“ „Gibt es eigentlich noch Stenografen, die das gesprochene Wort mitschreiben?“, fragte eine Löhnerin. „Ja, die Stenografen sitzen von der Tribüne aus auf der rechten Seite vom Präsidium und wechseln sich alle sieben Minuten ab.“

„Was ist eine Enquete-Kommission?“, war eine weitere Frage. „Die Enquete-Kommission erarbeitet eine Kompromisslösung, also eine von allen Parteien erarbeitete Lösung. Die Enquete-Kommission kann Expertinnen und Experten anhören. Sie kann Forschungsaufträge erteilen und Studienfahrten bzw. Ortsbesichtigungen oder Projektforschungen durchführen.“, erklärte die Landtagsabgeordnete. „In der heutigen Sitzung hat sich eine Kommission gebildet, die die Zukunft für das Handwerk und den Mittelstand in Nordrhein-Westfalen gestalten soll. Hier soll insbesondere die Aufgabe sein, für die Menschen im Land Möglichkeiten zu schaffen, wieder aus der Arbeitslosigkeit und Perspektivlosig­keit einen Weg zurück in die Arbeit zu finden. Es ist schon sehr engagiert diese Kommission ins Leben zu rufen, da sie bis 2017, also bis zur nächsten Landtagswahl, zu einem Ergebnis kommen muss.“ Weiter ging es über die Flüchtlingspolitik in Land und Bund, über Asylanträge und vieles mehr. Dann war es auch schon Zeit für Frau Lück in den nächsten Sitzungssaal zu gehen, wo die Landtagspräsidentin bereits auf sie wartete.

Die Mitglieder des Wanderclubs „Gut Fuß“ und der Arbeiterwohlfahrt verabschiedeten sich von der Betriebsamkeit des Landtags und genossen die Freizeit am Rhein und in der Altstadt.

Zurück