Obstwiesen gepflegt und kartiert

von Elena Strehle

Von Finn Heitland

Löhne (LZ). Die Biologische Station Ravensberg hat sich die Landtagsabgeordnete Angela Lück (SPD) für ein Tagespraktikum ausgesucht. Dabei ist sie in Löhne im Einsatz gewesen. Sowohl am Naturschutzgebiet Blutwiese als auch auf einer Obstwiese an der Ellerbuscher Straße packte die Abgeordnete tatkräftig mit an.

Neben der Entfernung von Pflanzen half Angela Lück beispielsweise bei der Kartierung von Streuobstbäumen geholfen. In ganz Nordrhein-Westfalen werden derzeit die Streuobstbaumbestände aufgenommen. Diese Zählung wird erstmals durchgeführt, um weitere Maßnahmen zur Pflege und Neuanpflanzung generieren zu können. »Unser Verdacht ist, dass die Anzahl an Obstwiesen stark zurückgegangen ist. Alte Pflanzen werden entfernt, jedoch keine neuen gepflanzt. Obstwiesen müssen besonders geschützt werden«, sagte Klaus Nottmeyer, Leiter der Biologischen Station Ravensberg. Wichtig sei, dass die Obstwiesen weiterhin Bestand haben. Jeder Baum habe eine wichtige Aufgabe. Besonders Bäume, die alt und verrottet erscheinen, beherbergten Höhlenbrüter und eine hohe Anzahl an Insekten. Dieser Lebensraum werde jedoch oft zerstört.

Die Obstwiese an der Ellerbuscher Straße bietet 25 neue Obstbäume. Apel-, Kirsch-, Birnen-, Wallnuss- und Esskastanien-Bäume wurden auf dem Privatgrundstück gepflanzt. Diese galt es im Rahmen des Tagespraktikums der Landtagsabgeordneten zu kartieren. Mit Hilfe eines digitalen Luftbildes wurden Art und Ort der Bäume vermerkt. »Die Aufgaben der Biologischen Station sind vielfältig, und diese zu unterstützen, ist besonders wichtig«, sagte Angela Lück. Vor vier Jahren wurden die Bäume gepflanzt und zur Freude der Grundstücksbesitzer durch die Biologische Station betreut. Auch Seminare zur korrekten Baumpflege finden auf den einzelnen von der Station betreuten Grundstücken statt.

»Ohne das Engagement der Grundstücksbesitzer ist deutlich weniger umsetzbar. So besteht die Möglichkeit, Wiesenlücken wieder zu füllen. Dann vergehen Jahre, bis der gewünschte Nutzen erreicht ist«, erläuterte Nottmeyer.

Angela Lück plant ebenfalls einen eigenen Obstgarten. »Wir haben eine große Wiese, auf der in Zukunft eine solche Streuobstwiese entstehen soll. Heute habe ich bereits einiges gelernt und werde dies sicher mitnehmen«, sagte Lück. Auf ihrem Programm stehen jedes Jahr Tatkrafttage, an denen sie wichtige Themen vor Ort begutachtet und – wie in diesem Fall – tatkräftig beteiligt ist. Die Idee und der Kontakt seien beim Löhner Frühlingsfest bezüglich des Themas Insekten- und Bienenschutz entstanden.

Nicht nur der Mensch profitiert von den Obstwiesen, auch Vögel und Insekten finden ihre Nahrungsgrundlage auf solchen Wiesen. »Alle können mehr tun. Streuobstwiesen anlegen kann jeder. Nicht alles muss aussehen wie ein Englischer Garten. Der Wohlfühlcharakter steht im Vordergrund«, sagte Lück. Unterstützt wurde sie von Liane Lücking und Liam Dederke. Die beiden absolvieren ihr Praxissemester der Landschaftsarchitektur bei der Biologischen Station.

Gemeinsam mit Klaus Nottmeyer und Elena Strehle, Mitarbeiterin von Angela Lück, wurden im Vorfeld der Kartierung im Naturschutzgebiet Blutwiese einige Pflanzen entfernt. »An dem dort liegenden Bach mussten Bäume gezogen werden. Wir wollen dort alles offen halten und bewusst einen Lücke schaffen. Diverse Vogelarten und seltene Pflanze sind dort zu finden«, sagte Nottmeyer.

Lück machte sich zudem ein Bild von dem momentanen Stand des Naturschutzes und der Arbeit der Biologischen Station.

»Es wäre wünschenswert, wenn wieder mehr jüngere Leute Begeisterung für eine Obstwiese zeigen würden. Nicht nur die Wiesen überaltern, auch die Pfleger. Im nächsten Jahr werden wir ein großes Projekt umsetzen«, berichtete Klaus Nottmeyer. www.bshf.de

Zurück