Neujahrsempfang des HDZ NRW

von Gaby Arndt

Psychiater Manfred Lütz sorgt für Unterhaltung

c/o Rajkumar Mukherjee

Von Rajkumar Mukherjee 

Bad O e y n h a u s e n. Die Lacher im Saal hat Manfred Lütz von Anfang an auf seiner Seite gehabt. Beim Neujahrsempfang des Herz-und Diabeteszentrums (HDZ) NRW im Theater im Park sprach der aus dem Fernsehen be­kannte Psychiater und Autor über Glück. Mit feinen Nuancen ging er dabei auch auf ernste Aspekte des Lebens ein.

500 Gäste begrüßten HDZ-Geschäftsführerin Dr. Karin Overlack und der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Jan Gummert, gestern. Da­runter waren unter anderem der Vorsitzende des HDZ-Aufsichts-rats, Dr. Edmund Heller, Staatsse­kretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Lan­des, Prof. Dr. Ulrich Gleichmann, Gründungsvater des HDZ, sowie beispielsweise Paul Gauselmann, Vorstandssprecher der Gausel-mann-Gruppe und Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie. Zur Unter­haltung spielte das Jazz-Trio des HDZ »Blue Temptation« mit Ober­arzt Prof. Dr. Lothar Faber (Piano), Frank Heidemann (Bass) und Ha­rald E. Bellmann (Saxophon) Swing und gefühlvolle Melodien.

Während seines Festvortrags unter dem Titel »Wie Sie unver­meidlich glücklich werden. Eine Psychologie des Gelingens« – pas­send zu einem seiner aktuellen Buchtitel – verblüffte Dr. Manfred Lütz sein Publikum ein ums ande­re Mal. Denn Tipps zum Glück-lichsein verriet der Psychiater und

Psychotherapeut, katholische Theologe, Kirchen- und Vatikan­berater, Kabarettist sowie Buch­autor eben nicht. »Danach werde ich nämlich immer wieder ge­fragt. Und darauf antworte ich dann sehr gerne: Würden Sie mei­ne Bücher lesen, wüssten Sie, dass ich keine Ratgeber schreibe«, rief Manfred Lütz mit keckem Blick von der Theaterbühne.

Dass seine Bücher aber offenbar von vielen gelesen werden, zeigt ein Blick auf die Spiegelbestseller-Liste: In dieser hielt sich die Ta­schenbuchausgabe seines bekann­testen Buchs »Irre! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen« aus dem Jahr 2009 nach Branchenangaben ganze 106 Wochen. Weitere Titel sind bei­spielsweise »Der Skandal der Skandale« und »Bluff!«.

Dennoch befasst sich Manfred Lütz schon von Berufswegen mit dem Thema Glücklichsein. Seit 1997 leitet er das Alexianer-Fach-krankenhaus in Köln. Dabei be­schäftigt er sich auch mit Erkran­kungen, die in einer tiefen Phase des Unglücklichsein entstehen können, wie etwa Magersucht bei jungen Frauen.

Auch hier zeigte Manfred Lütz sein Können, das Thema mit rhei­nischem Humor, einem Timing beim Erzählen und dem Feinge­fühl für ernste Untertöne zu transportieren. Für Lacher sorgte seine Erzählung zum medial aus­getragenen Disput mit Heidi Klums Vater Günther. Seit 2006 moderiert das frühere Model Jahr für Jahr die Casting-Show »Ger-many’s Next Topmodel« – und propagiere damit bewusst das Ideal eines bestimmten Frauen­körpers, dem viele Mädchen und junge Frauen nacheifern würden.

Tränen lachten die Zuschauer, als Manfred Lütz erzählte, wie Günther Klum über einen Hamburger Anwalt per Unterlassungs­klage versucht habe, ihn mundtot zu machen. »Nachdem ich die Bild-Zeitung mit den Worten an­gerufen hatte: Ihr dürft mich ger­ne interviewen, habe ich dann mit demselben Vorschlag 20 weitere Zeitungen angesprochen, da­runter Süddeutsche und Welt. Sie hätten mal sehen müssen, wie schnell das mit der Klage vom Tisch war«, rief Manfred Lütz. Bei allem Humor war es ihm auch wichtig zu erwähnen, dass an der Magersucht letztlich viele Mäd­chen und junge Frauen sterben.

Für spontanen Applaus sorgte er bei der Frage, wo eigentlich die glücklichsten Menschen der Welt leben. Einer vor einigen Jahren veröffentlichten Umfrage zufolge sei Bangladesch eben jenes Land. Der Applaus bezog sich auf die beiläufige Feststellung von Man­fred Lütz, wonach es ihm auch wichtig sei, Flüchtlinge in seinem Dorf zu unterstützen. »Sie müssen mal sehen, wie viele Helfer das glücklich macht«, sagte er.

Weiterlesen Westfalen-Blatt vom 17.01.2019 hier

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