Musikschulen bieten sich als starke Partner für Bildung an

von Elena Strehle

c/o Nalaie Gottwald

Von Natalie Gottwald

Kreis Herford. Die Arbeitsinhalte von Musikschulen, ihre Rolle in der Bildungslandschaft der Kommunen und die Rahmenbedingungen, unter denen sie arbeiten, das waren Themen eines Treffens von Musikschul-Direktoren und Landtagsabgeordneten in der Musikschule Herford. Initiiert vom Landesverband der Musikschulen (LVdM), begrüßten die Vorsitzende Beate von Rüdiger sowie Hausherr Thomas Steingrube die Gäste an der Goebenstraße.

Der Ur-Auftrag von Musikschulen sei der Instrumentalunterricht gewesen, stellte Gerhard Sowa, Leiter der Musikschule Löhne, kurz die Entwicklung dar. Heute allerdings sei die Bandbreite der Angebote sehr viel größer und das liege in den vorhandenen Bedürfnissen und Ansprüchen aus der Gesellschaft.

"Die Musikschulen gleichen heute die Defizite aus, die zum Beispiel in Kitas oder Schulen entstehen - dort ist es nämlich nicht mehr die Regel, dass eine umfassende musikalische oder künstlerische Bildung stattfindet", sagt Sowa. "Früher war es üblich, dass Erzieher ein Instrument spielen konnten. Das ist heute nicht mehr so." Nicht zuletzt wegen dieser Lücken bieten sich die Musikschulen als "starke Partner für Schulen oder zur Erfüllung kultureller Grundbedürfnisse an".

Aufgaben vielfältig, Finanzierung häufig schwierig

22 Musikschulen gibt es in OWL, größtenteils befinden sie sich in kommunaler Trägerschaft. Die Aufgaben seien vielfältig, der Bildungsanspruch groß, die Finanzierung allerdings häufig schwierig, stellten die Musikschulleiter den Ist-Zustand dar. "Die Kommunen haben kein Geld, die Elternbeiträge reichen nicht aus, deshalb haben wir die Vertreter aus dem Landtag eingeladen", erklärt Thomas Steingrube.

Bianca Winkelmann (CDU), Angela Lück (SPD), Stephen Paul (FDP) und Sigrid Beer (Grüne) hörten sich die Ausführungen an. Insbesondere die "Schieflage" bei der Bezahlung der Honorarkräfte, die zum Teil eine Vergütung von unter 20 Euro pro Unterrichtseinheit erhielten, oder das schwierige Prozedere im Bereich der Förderung innovativer Projekte waren Themen.

"Die Projektförderung geht manchmal an unseren Bedarfen vorbei, da sie speziell für innovative, also neue Angebote, gezahlt wird", erklärt Steingrube. Häufig gebe es aber auch bewährte Projekte, die wiederholungswürdig sind, für die die Fördergelder dann nicht zur Verfügung stünden.

Die Landtagsabgeordneten signalisierten gegen Ende des Gespräches die Bereitschaft, über eine Flexibilisierung der Förder-Bedingungen nachzudenken. Ein Austausch soll nun regelmäßig einmal pro Jahr stattfinden.

Weiterlesen Neue Westfälische vom 10.07.2018

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