Missstände ausräumen

von Katharina Brand-Parteck

SPD-Landtagsabgeordnete Angela Lück besucht heute das Flüchtlingsheim

Herford(HK). Die heimische SPD-Landtagsabgeordnete Angela Lück fordert mehr qualifiziertes Personal für die Betreuung der Flüchtlinge. Dabei erwartet sie finanzielle Hilfe vom Bund. »Es kann nicht sein, dass die Kommunen alleine gelassen werden.«

Von PeterSchelbergund MoritzWinde

Heute will sich die Sozialdemokratin ein Bild von der Situation in der Herforder Notunterkunft machen. In den fünf ehemaligen Häusern der britischen Streitkräfte an der Ulmenstraße sind momentan 200 Flüchtlinge untergebracht. Wie berichtet, soll es dort vermehrt zu Übergriffen gekommen sein. Zudem sollen die Wohnungen überbelegt sein. »Sollte es dort Missstände geben, müssen diese umgehend ausgeräumt werden«, sagt Angela Lück.

»Die Bezirksregierung Arnsberg hatte uns eigentlich in Aussicht gestellt, dass wir nach der Zuweisung der 326 Flüchtlinge in die Notunterkunft Ulmenstraße vorübergehend keine weiteren Asylbewerber in Herford mehr aufnehmen müssten«, berichtet Ordnungsamtschef Lothar Sobek. Dennoch seien der Stadt seit dem 19. September weitere sieben Flüchtlinge vom Land zugewiesen worden, darunter einige Syrer. Sobek kündigt an, dass über die Zuweisungen Gespräche mit der Bezirksregierung geführt würden.

Seit Ende August und bis zur überraschenden Einquartierung der Flüchtlinge in der Ulmenstraße hatte die Stadt acht zusätzliche Flüchtlinge aufgenommen. »Zurzeit haben wir neben denjenigen, die in der Notunterkunft Ulmenstraße untergebracht sind, noch 264 Asylbewerber in Herford registriert«, zieht Sobek auf Anfrage eine Zwischenbilanz.

Deren Unterbringung sei dezentral erfolgt. Bei der so genannten »Aufnahmequote«, mit der das Land festlegt, welche Gemeinde wieviele Flüchtlinge aufnehmen und betreuen muss, sei Herford aktuell mit 21 im Minus: »Wir müssen nach jetzigem Stand also noch weitere 21 Asylbewerber in Herford aufnehmen und unterbringen«, sagt Sobek. Die kommunale Aufnahmequote sei allerdings keine feste Größe, sondern werde von der Bezirksregierung regelmäßig überprüft und den aktuellen Erfordernissen angepasst. »Und die Situation wird in nächster Zeit nicht besser werden«, ist Sobek überzeugt.

Pfarrer Berthold Keunecke wünscht sich, dass in Zukunft mehr Bürger bereit sind, ihre Wohnungen an Flüchtlinge zu vermieten. »Es scheint da aber leider gewisse Vorbehalte zu geben.«

Westfalen-Blatt Herford 07.10.14

Zurück