Löhner Modelabel „Like a bird“

von Gaby Arndt

Natürlich, sozial und ökonomisch

Vom Start des Modelabels direkt in die Pandemie, das bedeutet für Jungunternehmerin Tanja Kliewe-Meyer, Designerin und Geschäftsführerin des Modelabels „Like a bird“, durchhalten und immer wieder aufmerksam machen auf ihre Kollektion.

Grund genug für die Landtagsabgeordnete Angela Lück das kleine Unternehmen in ihrer Heimatstadt Löhne zu besuchen.

„Was hat Sie dazu bewegt, so rigoros nachhaltige Kleidung zu gestalten?“, fragte Lück. „Die Modebranche ist eine der größten Umweltverschmutzer und Klimakiller“, so die Designerin. Ihr Credo ist sozial, ökologisch und natürlich ökonomisch ein Gleichgewicht herzustellen. Darum arbeitet „Like a bird“ auch nur mit europäischen Firmen zusammen, damit man die Entstehung eines Produkts mitverfolgen kann und die Arbeitsbedingungen sowie eine gerechte Entlohnung vor Ort durch Kontrolleure gewährleistet hat. „Die Firmen mit denen ich zusammenarbeite sind zertifiziert und unterliegen starken Qualitätskontrollen. Damit meine ich nicht nur das Produkt sondern auch die Bedingungen für die dort arbeitenden Menschen. Das ist mir besonders wichtig!“

Like a bird zeigt, wie man Nachhaltigkeit in Unternehmen und im privaten Alltag integrieren kann. Dafür wurde Tanja Kliewe-Meyer bereits mehrfach ausgezeichnet. Eine ihrer Preise sind der CSR-Preis OWL 2020, den Green Product Award 2020 für ihre Friendly Rose Kollektion sowie den GermanDesignAwardSpecial 2021.

Angela Lück stöberte im Showroom durch die Kollektion und ließ sich inspirieren von der Vielfalt an Fasern, die in der Kleidung verarbeitet wurde: Ingwerfasern, Kaffee, Organic-Cotton, Alpaka sowie zertifizierte Merino-Wolle. Alles immer mit einem Nachhaltigkeits- und Ökozertifikat, denn, so erklärte Kliewe-Meyer, auch in der Schafsschur und -haltung gibt es schwarze Schafe unter den Menschen, denen das Tierwohl nicht in erster Linie wichtig ist, sondern mehr die Quantität. Das führt zu schweren Verletzungen bei den Tieren und somit zum Ausschlusskriterium für „Like a bird“. Das ist ein überzeugendes Argument.

Eine Bluse aus Rosenfasern oder Ingwerfasern, das sollte die Zukunft sein,“ so Lück. „Meine Inspiration ist nicht jedes Jahr eine neue Modelinie auf den Markt zu bringen, sondern lange tragbare, zeitlose Kleidungsstücke zu entwickeln, die dann, wenn sie nach Jahren abgetragen sind, auf dem Kompost landen oder wiederverwertbar sind. Das ist,“ so Tanja Kliewe-Meyer, „nein das muss die Zukunft sein.“ „Wir können nicht immer nur den Finger auf andere richten. Handeln ist das Gebot der Stunde, damit Müllexporte und Kunststofffasern der Vergangenheit angehören. Gute Arbeitsbedingungen und Bezahlung besonders auch für Produktionsstätten in Drittländern muss zur Norm werden. Billig war gestern, gerecht ist angesagt!“, so die Abgeordnete.

Besonderes Interesse widmete Angela Lück auch dem Geschwisterkind-Projekt des Vereins Sonnenblume e.V. „SieRa“, Mitglied des Bunten Kreis Deutschland und mit der AWO (Gütersloh und Bielefeld) und neben weiteren auch das Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen als Kooperationspartner.

Tanja Kliewe-Meyer war es eine Herzensangelegenheit dem Projekt SieRa, das Kindern von chronisch kranken und behinderten Geschwisterkindern nachhaltige Unterstützungsangebote anbietet, um sie in den belastenden Lebenssituationen mit ihren Sorgen und Ängsten nicht alleine zu lassen, eine kleine finanzielle Unterstützung anzubieten. So kam es zu der Idee, ein Shirt aus 100 % Organic Cotton mit einem Print zum Preis von 49,95 € anzubieten. Der Aufdruck wurde von dem 14 jährigen Dennis aus Halle/Westfalen entworfen. Den damit verbundenen Wettbewerb hat er gewonnen und nun schmückt dieser Print mit den Wünschen, die er an das Jahr 2021 hat, das neue Charity-Shirt. Der Erlös aus dem Verkauf des Shirts geht an den Verein SieRa und unterstützt die Geschwister-Kinder, die besonders unter der Corona-Pandemie leiden.

Aus vielerlei Hinsicht ein unterstützenswertes Projekt. Angela Lück sicherte sich sofort ein Shirt für den guten Zweck.

Wer auch eines dieser hautstreichelnden limitierten Charity-Shirts ergattern möchte, kann dies unter www.like-a-bird.de/produkt/charityshirt/ bestellen oder direkt im Geschäft von Tanja Kliewe-Meyer am Golf-Platz in Löhne vorbei schauen, um sich von der Qualität zu überzeugen. -Auf Grund der besonderen Vorschriften in der Pandemie ist es zwingend notwendig vorab telefonisch einen Termin zu vereinbaren (01520/1615966)-

Wir alle müssen uns fragen wie wir zukünftig mit Ressourcen umgehen wollen. Zum Klima- und Umweltschutz gehört auch, dass man sich erkundigt wie, wo und mit was unsere Kleidung hergestellt wurde. Billig ist nicht immer preisgünstig! Müll entsorgt sich nicht von allein und löst sich meist auch nicht von selbst auf! „Daher freue ich mich, dass immer mehr Menschen auf faire Kleidung oder Ernährung achten.“, resümiert Lück. „Wir können uns hier vor Ort von der Qualität überzeugen, daher wünsche ich dem Label „Like a bird“ eine gute Zukunft und viele Kunden, die dem Mainstream in der Gesellschaft entgegenwirken.

Es gibt hier vor Ort schon einige Anbieter, die sich Nachhaltigkeit  und Ökologie auf die Fahnen geschrieben haben, wie zum Beispiel die Eröffnung von zwei neuen Fairtrade-Läden in Bünde. Lassen wir uns inspirieren von Menschen, die den Mut haben etwas Neues für eine abfallarme und CO2-freie Zukunft zu designen und zu produzieren.

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