Lebensbäume statt Wahlplakate

von Elena Strehle

SPD-Ortsverein begrüßt Neugeborene mit besonderem Geschenk

Westfalen-Blatt vom 26.03.2019

Rödinghausen. Die kleine Lina staunt nicht schlecht, als die SPD Rödinghausen zu zehnt im Garten ihrer Familie steht und für sie einen Birnenbaum pflanzt. Neben Ratsmitgliedern und dem stellvertretenden Bürgermeister Ulrich Büttke ist auch Landtagsabgeordnete Angela Lück dabei, als der Ortsverein am Samstag seine frühjährliche Pflanzaktion bei Familie Tappe in Bruchmühlen beginnt.

Seit nunmehr 25 Jahren können sich Familien mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr einen Lebensbaum für ihre Sprösslinge wünschen. Zweimal im Jahr werden bei Pflanzaktionen die ausgewählten Familien besucht und ihnen ein Baum ihrer Wahl in den Garten gestellt.

In diesem Frühjahr bekamen so fünf Familien einen Baum. Zweimal fiel die Wahl der Eltern dabei auf einen Birnenbaum, außerdem wurden eine Eiche, eine Kirsche und ein Apfelbaum gepflanzt. Kosten entstehen für die Familien keine, der SPD Ortsverein kommt für die Bäume auf und packt beim Pflanzen selbst mit an.

Dafür spare die Partei an anderer Stelle, sagt Ulrich Büttke. »Bei Kommunalwahlen verzichten die zur Wahl stehenden Kandidaten auf Plakate.« Stattdessen habe man schon 1984 beschlossen, die Neugeborenen mit einem besonderen Geschenk zu begrüßen. »Wir hatten damals eine recht starke Juso-Gruppe, die als Teil der Umweltbewegung diese Idee hatte.«

In den letzten 25 Jahren sind so 626 Bäume in Rödinghauser Gärten oder auf gemeindlichen Flächen gepflanzt worden. Im Herbst wollen die Rats- und Ortsvereinsmitglieder wieder auf Pflanz-Tour gehen. Junge Eltern, die sich einen Baum für ihre Kinder bis zum dritten Lebensjahr wünschen, können sich bei der SPD melden - und mit etwas Glück steht schon im Herbst erst eine Landtagsabgeordnete und dann der Wunschbaum im heimischen Garten.

Zurück