Landtagsvizepräsidentin Carina Gödecke (SPD) zu Gast in der Grundschule Bustedt

von Elena Strehle

c/o: Jan Gruhn
 
Von Jan Gruhn

Bünde (WB). Dass Kinder mitunter härtere Fragen stellen als gestandene Journalisten, hat am Montag Carina Gödecke (SPD) beim Besuch der Grundschule Bustedt festgestellt. »Was machst du eigentlich den ganzen Tag?«, fragten die Schüler die 1. Landtagsvizepräsidentin.

»Mein Wecker hat heute morgen um 6 Uhr geklingelt«, begann Gödecke ihre Ausführung. Dann kurz Zeitung lesen – und ab in den Dienstwagen. »Das ist quasi mein Büro«, erklärte die Sozialdemokratin aus Bochum. »Da telefoniere ich schon mit vielen verschiedenen Leuten. Oder ich bereite mich auf Vorträge vor.«

Gödecke war auf Einladung der SPD-Landtagsabgeordneten Angela Lück nach Bünde gereist. Ziel solcher Besuche sei es, schon den Grundschülern einen Eindruck von der Arbeit des Landtages zu vermitteln.

»Wer meint, die Kinder seien in dem Alter noch nicht politisch, der hat sich geschnitten«, erklärte Gödecke im Vorfeld. Nach einem kurzen Vorgespräch mit Schulleiterin Bettina Wolff stellte sich Gödecke dann den Fragen der Erst- bis Drittklässler.

»Schade, dass dein Papa dich mit dieser Frage vorschickt«

Und gleich zu Beginn bekam sie die Politikverdrossenheit zu spüren, die in manchen Eltern zu brodeln scheint. »Ich soll Sie von meinem Papa fragen, wann die Merkel endlich abhaut«, fragte zum Beispiel ein Schüler. »Es ist ein wenig schade, dass dein Papa dich mit dieser Frage vorschickt«, antwortete Gödecke.

»Deshalb gebe ich dir gleich mal meine Visitenkarte, dann kann dein Vater mich anrufen.« Über die politischen oder persönlichen Pläne Merkels könne sie allerdings nichts sagen. »Ich weiß ja nicht, ob sie ihren Job gerne macht.«

Gödecke selbst hingegen gibt an, ihre Aufgaben im Landtag auch nach 23 Jahren – 1995 wurde sie hinein gewählt – immer noch mit Leidenschaft anzugehen. Ob sie Merkel schon getroffen hätte? »Ja, bei einer Feier.« Und Donald Trump? »Nein, den habe ich noch nicht getroffen.«

»Meine Lieblingsfächer waren Mathe und Chemie«

An ihrer eigene Schulzeit erinnert sich die 59-jährige eigenen Angaben zufolge noch sehr gut. »Ich war eine gute Schülerin. Aber damals hieß das noch nicht Grund-, sondern Volksschule.« Später im Gymnasium seien ihre Leistungen allerdings erst ein bisschen abgesackt. Fürs Abitur hat es dennoch gereicht. »Meine Lieblingsfächer waren Mathe und Chemie«, erklärte Gödecke den wissbegierigen Schülern.

Bevor die Landtagsvizepräsidentin ins Kreuzverhör genommen wurde, hatte bereits Landtagsmitarbeiterin Wibke Busch den Grundschülern eine Einführung in die Gödeckes Aufgaben gegeben. »Sie sorgt unter anderem dafür, dass die Abgeordneten während einer Debatte die Regeln einhalten«, so Busch. So ähnlich wie in der Schule.

Und Drittklässler Jacob hatte auch gleich eine Antwort auf die Frage, warum es wichtig ist, dass so viele Abgeordnete über die neuen Gesetze entscheiden. »Sonst könnte einfach jemand sagen: Komm, wir machen jetzt was richtig Beklopptes.«

Weiterlesen: Westfalen-Blatt vom 09.10.2018

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