Land fördert Kinderklinik mit 16,3 Mio.

von Elena Strehle

c/o: Ralf Meistes

Von Ralf Meistes

Herford. Das waren gleich zwei gute Nachrichten, die NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bei seinem Besuch am Klinikum für den Kreis Herford im Gepäck hatte. Zum einen fördert das Land den Bau einer neuen Kinderklinik mit 16,3 Millionen Euro. Zum anderen wird die Zahl der Ausbildungsplätze bei der Pflege erhöht.

Entsprechend gut gelaunt präsentierte sich Landrat Jürgen Müller beim Pressetermin im Klinikum Herford. »Das ist ein guter Tag für den Gesundheitsstandort Kreis Herford«, betonte Müller.

Die Pläne für eine neue Kinder- und Jugendklinik liegen schon länger in den Schubladen des Klinikums. Der Neubau ist dringend erforderlich, denn der jetzige Bau »genügt den aktuellen Anforderungen nicht«, wie Geschäftsführer Armin Sülberg betonte. Patienten, aber auch Mitarbeiter hätten deshalb bereits das Klinikum Herford verlassen.

Mit den jetzt vom Land bewilligten Fördergeldern lasse sich eine moderne Kinderklinik bauen. 25 Millionen Euro soll der Neubau, der auf das Apotheken-Gebäude am Klinikum aufgesetzt wird, insgesamt kosten. Der Spatenstich soll in der zweiten Jahreshälfte 2020 erfolgen. »Wir rechnen mit einer Bauzeit von zwei Jahren«, so Sülberg. 2022 könnte die neue Kinderklinik also fertig sein.

»Durch die Anbindung an das Mutter-Kind-Zentrum und die vorgehaltenen Ambulanzen wird ein familienorientiertes Zentrum verwirklicht, das modernsten Ansprüchen genügt«, erklärte Minister Laumann bei der Bescheidübergabe. Dr. Walter Koch, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum, ergänzte: »Mit dem Neubau stellen wir die stationäre somatische Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Kreis Herford sicher. Im engen Austausch mit den niedergelassenen Kinderärzten werden stationäre wie auch ambulante Angebote regelmäßig abgestimmt, um den jungen Menschen der Region langfristig eine adäquate Gesundheitsversorgung anzubieten.«

Der Leitgedanke bei dem künftigen Raumkonzept sei, das Gebäude im Zusammenspiel mit dem vorhandenen Mutter-Kind-Zentrum als familienorientiertes Zentrum anzubieten.

Gute Kunde gab es auch für den Bereich Pflegeausbildung und somit auch für den Bildungscampus. Denn hier soll zunächst als Interimslösung die Ausbildung der angehenden Pflegerinnen und Pfleger vonstatten gehen. Die ehemalige Lister-School der Briten soll hierfür genutzt werden.

Über den endgültigen Standort einer neuen Pflegeschule werde »in Ruhe entschieden«, wie Landrat Jürgen Müller betonte. Das Herz- und Diabeteszentrum (HDZ) Bad Oeynhausen, dessen Gesellschafter das Land NRW ist, habe 2018 lediglich 15 Ausbildungsplätze pro Jahr zur Verfügung gestellt. »Das waren natürlich deutlich zu wenig«, betonte Laumann.

2019 ist die Zahl auf 25 gestiegen und nun soll die Zahl der Ausbildungsplätze in der Pflege bis 2021 auf 100 beim HDZ wachsen. »Durch weitere Kooperationen und Maßnahmen mit den Mühlenkreiskliniken, dem Klinikum Herford und dem Lukas-Krankenhaus Bünde werden zum Schuljahresbeginn 2023 allein durch die Initiative des HDZ voraussichtlich 300 Auszubildende verteilt auf alle drei Ausbildungsjahre in der Lehre sein«, sagte Laumann.

Die übergreifende Ausbildungskooperation sei ein wichtiger Schritt zur Förderung des dringend benötigten Nachwuchses in den Pflegeberufen, betonte Thomas Fehnker, stellvertretender Geschäftsführer des HDZ Bad Oeynhausen.

Westfalen-Blatt vom 09.11.2019

 

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