Im Zeichen der Gleichstellung

von Gaby Arndt

Beauftragte aus dem Kreis sind zu Gast in Spenge

c/o Daniela Dembert

 

Spenge(WB). Wenn sie den Begriff »Gleichstellungsstelle« hören, fühlen sich viele Männer pauschal nicht angesprochen, weiß Karola Althoff-Schröder, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Herford. Obwohl viele der Themen, die sie und ihre Kolleginnen beschäftigen, von gesamtgesellschaftlicher Relevanz sind.

Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) hat die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Herford am Mittwoch zu einem Informationsaustausch in das Spenger Bürgerzentrum eingeladen. »Ziel des Treffens ist, die vielfältigen Wirkungsfelder der Gleichstellungsstellen kennenzulernen und zu erfahren, wie gearbeitet wird und was für Probleme es gibt«, führte Angela Lück, Mitglied der Landtages (MdL), aus. »Viele tabuisierte Themen dringen gar nicht bis zu uns vor«, sagte Magdalena Monka. Fehle die Kenntnis über Missstände, könne man diese auch nicht in der Politik behandeln, meint die Bünder Ratsfrau.

Frauen zu einer gleichberechtigten beruflichen Perspektive verhelfen ist eine der Aufgaben der Gleichstellungsbeauftragten. »Bei der Stadt Spenge sind gut 66 Prozent der Beschäftigten Frauen«, führte Spenges Gleichstellungsbeauftragte Anke Käller aus. »Klingt erst einmal gut. Aber nur 25 Prozent belegen Führungspositionen.« Redet man über Frauen und Karriere sollte auch der Mangel an Fachkräften bedacht sein, finden die Teilnehmerinnen. Der Arbeitsmarkt braucht Frauen, so der allgemeine Konsens der Runde, und Frauen brauchen Arbeitsplätze. Denn das Alleinverdienermodell der 1950er Jahre funktioniere schon lange nicht mehr.

Ein Thema, auf das die Politik Einfluss nehmen kann und auch bereits genommen hat, ist die Minijobfalle. Das Themenfeld Frauen und Beruf setzt sich aus unzähligen Komponenten zusammen, an denen gefeilt werden muss und bietet einen nahtlosen Übergang in die Familienpolitik – da sind sich die Vertreterinnen aus Gleichstellung und Politik einig. So berichtete Andrea Stroba davon, als Gleichstellungsbeauftragte in Hiddenhausen nicht selten Männer über Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu beraten. Weitere Wirkungsfelder der Gleichstellungsbeauftragten sind das Vernetzen von Beratungsstellen, Betroffenen und Behörden.

Es gehe um unbequeme Themen wie häusliche Gewalt, Zwangsheirat, Prostitution. »Mit dem Versuch, die Prostitution rechtlich an einen »normalen Job« anzugleichen, ist Deutschland zu einem Hotspot der Prostitution geworden. Der Kreis Herford hat eine sehr große Dichte an Bordellen«, zeigt Karola Althoff-Schröder auf und stellte in Frage, ob das politisch angestrebte Ziel tatsächlich erreicht sei oder Nachbesserungsbedarf bestehe.

Viele weitere Themen beschäftigen das frisch entstehende Netzwerk, über die die Beteiligten sich künftig intensiver austauschen wollen. Die ASF erhofft sich von der Zusammenarbeit Themen mit größerer Expertise politisch aufgreifen zu können.

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