100 Jahre lang das Miteinander an die erste Stelle gestellt

von Gaby Arndt

Vorstand mit Gästen: Hans Schnatwinkel (v.l.), Stefan Schwartze, Angela Lück, ChristianeMöller-Bach, An¬dreas Rödel, Gisela Kucknat, Ulrich Rolfsmeyer, Klaus-Ulrich Pustlauk, Jürgen Müller, Christian Dahm
Vorstand mit Gästen: Hans Schnatwinkel (v.l.), Stefan Schwartze, Angela Lück, ChristianeMöller-Bach, An¬dreas Rödel, Gisela Kucknat, Ulrich Rolfsmeyer, Klaus-Ulrich Pustlauk, Jürgen Müller, Christian Dahm / c/o Mareike Köstemeyer

Vor 100 Jahren hat ihre Arbeit eher beschaulich mit Suppenküchen und Nähkursen begonnen

Von Mareike Köstemeyer

Hiddenhausen/Kreis Her­ford. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) steht für die Arbeit mit und für Menschen – und das seit inzwischen 100 Jahren. An­lässlich dieses Jubiläums feier­ten die Ortsverbände des Krei­ses Herford am Wochenende ein großes Sommerfest im Be­gegnungszentrum in der Grundschule in Hiddenhau-sen.

„Vor 100 Jahren hat die AWO mit einem recht be­schaulichen Angebot begon­nen. Suppenküchen und Näh­kurse gab es damals. Inzwi­schen bieten wir ein ganzes Fa­milienbildungswerk, Pflege­dienste, Schwangerschaftsan­gebote und sogar eine Schuld-nerberatung“, sagt Klaus-Ul­rich Pustlauk in seiner Begrü­ßungsrede. „Die AWO zählt sa­ge und schreibe 330.000 Mit­glieder bundesweit, von denen 66.000 ehrenamtlich in den 13.000 Einrichtungen ver­schiedenster Arten mitarbei­ten“, fügt er hinzu.

Federführend bei der Pla­nung des diesjährigen Som­merfestes war bis zum seinem überraschenden Tod im April der Vorsitzende Norbert Well-mann. Im Mittelpunkt des Pro­gramms stehen die Kinder, „die Verantwortlichen für die nächsten 100 Jahre der AWO“, wie Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer es ausdrückt.

So gibt es auf dem Schul­hof der Offenen Ganztagsschu­le (OGS) unter anderem Tanzaufführungen und Trommel­einlagen, aber auch die Mög­lichkeit zu filzen oder dazu, Knetbälle aus mit Sand gefüll­ten Luftballons herzustellen.

Viele der Besucher nutzen aber vor allem die Schattenplätze auf dem Schulhof.

So auch die älteren Mit­glieder, die beispielsweise mit einem Rollator-Parcours, Auf­tritten des Chors aus Schwei-cheln und einer Westerntanz-einlage des AWO-Ortver-bands Schweicheln auf ihre Kosten kommen. Außerdem gibt es Qi-Gong-Kurse im Gar­ten, eine chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform, bei der die Besucher des Sommerfestes ganz unkompliziert mitma­chen konnten.

Einige Schüler der OGS hat­ten sich anlässlich des 100. Ge­burtstages der AWO im Vor­hinein Interviewfragen über­legt, die sie langjährigen Mit­gliedern der AWO auf einem roten Interviewsofa stellen. So befragen sie unter anderem Bürgermeister  Rolfsmeyer, welche Aufgaben er bei der AWO übernimmt, in welcher Verbindung er zur AWO steht und wie er damals selbst zur Arbeiterwohlfahrt kam. Rolfs-meyer, der schon seinen Zi­vildienst bei der AWO geleis­tet hat, lobt in seinen Antwor­ten das Engagement der Ein­richtung im Sozialen.

Auf die Frage, wie er sich die Zukunft der AWO vorstelle, verweist auch er auf die bereits von Klaus-Ulrich Pustlauk erwähnte Wandlung des Verbandes. „Die AWO hat neue Herausforderungen im­mer gut gemeistert. Ich erin­nere mich, vor einigen Jahren war Ganztag in den Schulen überhaupt kein Thema, heute ist die AWO Träger des Ganz­tags an der OGS“, sagt der Bür­germeister.

Und genau so stellt sich der Vorstand auch die nächsten 100 Jahre des Verbands vor: Die AWO stehe für Begegnung und das Miteinander zwischen den Menschen. Und in einer Zeit, die immer schnelllebiger und unverbindlicher werde, soll­ten diese Werte unbedingt ge­wahrt bleiben.

Darum sei es wichtig, dass die Arbeiterwohlfahrt auch in der Zukunft den sozialen As­pekt in den Vordergrund stellt, es weiterhin Begegnungszen­tren gibt, in denen die Men­schen zusammen kommen können.

 

Neue Westfälische vom 03.07.2019

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