„Ich habe richtig Bock auf Wahlkampf!“

von Elena Strehle

Bürgermeister Bernd Poggemöller wird von der SPD einstimmig als Kandidat bestätigt

Von Gabriela Peschke

Löhne (WB). Bernd Poggemöller tritt für die SPD wieder als Bürgermeister-Kandidat an. Alle 38 Delegierten des Stadtverbands-Parteitags haben sich am Freitag für die erneute Aufstellung des amtierenden Stadtoberhaupts ausgesprochen.

Noch bevor das Wahlergebnis bekannt gegeben wurde, hatte der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Böhm in seiner Ansprache über ihn gesagt: „Ein Bürgermeister, der fachlich und menschlich einfach zu uns passt. Und uns mitnehmen wird in einen anderen Wahlkampf, dem wir uns selbstbewusst stellen werden“

Auch SPD-Chef Egon Schewe beschwor in seiner Ansprache die Geschlossenheit der Partei im Hinblick auf diese besondere Kommunalwahl: „Einigkeit untereinander ist wichtig. Nicht ‚Einigkeit der Friedhofsruhe‘, sondern lebendiger Diskurs und Kompromissfähigkeit. Dieses Zusammenspiel ist uns bisher gut gelungen.“ Demokratie brauche Mehrheiten, sagte Egon Schewe. Diese würden nur durch Vertrauens- und Überzeugungsarbeit errungen.

Im Hinblick auf die Wahl der Direktkandidaten und ihrer Reservebewerber für die insgesamt 22 Wahlbezirke in Löhne betonte Egon Schewe die „Verjüngung“ der Partei sowie die Zunahme an weiblichen Interessenten. Von derzeit vier aktiven Frauen habe man sich auf der Kandidatenliste auf sechs steigern können. In geheimer schriftlicher Wahl wurden alle Nominierten bestätigt und nahmen ihre Wahl an.

Gastrednerin Angela Lück (Landtagsabgeordnete) rief den Anwesenden die Positionen der SPD auf Landesebene in Erinnerung. Dabei monierte sie, dass in der Krise derzeit „Prioritäten falsch gesetzt“ würden. „Schulen öffnen später als Sportstätten. Und die Bundesliga spielt, während die Abiturfeiern im ‚Schichtbetrieb‘ veranstaltet werden“, kritisierte sie. Auch in den eingeschränkten Kontakten in Pflegeeinrichtungen sah die Landtagsabgeordnete eher eine Belastung für die Bewohner statt einer Fürsorge. „Wie können wir den Neustart nach der Krise managen?“, frage Angela Lück und lieferte sogleich die Antwort: „Dafür hat die SPD ein 24-Punkte-Programm mit sozialem Schwerpunkt aufgelegt.“

Selbstbewusst und mit knackigen Zahlen und Fakten unterlegt, ließ der amtierende Bürgermeister vor den Delegierten Revue passieren, was in der auslaufenden Amtszeit erreicht wurde. Da kam die „Rekordsumme“ von über 900.000 Euro für die Straßensanierung auf den Tisch. Fast 400 neue Betreuungsangebote in Kitas und Offenem Ganztag seien geschaffen worden. Für Bildung habe man mehr als zehn Millionen Euro in die Hand genommen, so, um das Gymnasium zu sanieren und die Grundschule Obernbeck als „Schule der Zukunft“ zu konzipieren.

Immer wieder honorierten die Anwesenden die schlaglichtartigen Referenzen mit spontanem Zwischenapplaus. Die Verselbstständigung der Stadtwerke als Dienstleistungszentrum und den Ausbau von bezahlbarem Wohnraum in Gestalt der „Wohnstadt Löhne“ stellte der Bürgermeister als kommunale Referenzprojekte in den Raum. Aber er betonte auch den Klimaschutz: „Wir haben im letzten Jahr den ‚European Energy Award‘ bekommen. Den kriegt man nicht, wenn man die Hände in den Schoß legt“, bilanzierte er.

Auch die solide Finanzlage mit einer rückläufigen Pro-Kopf-Verschuldung und ein positiver Strukturwandel mit Zuzug von Unternehmen erfüllen den Bürgermeister mit Stolz: „Löhne ist ein attraktiver Ort zum Leben und Arbeiten. Wir sind auf Kurs und haben die Weichen richtig gestellt“, sagte er.

Aber Poggemöller will sich nicht auf Erreichtem ausruhen. Für die kommende Legislaturperiode sieht er unter anderem einen Schwerpunkt in der Stadtentwicklung. „Für die Verbesserung der Werre im Innenstadtbereich gibt es eine ganz breite Mehrheit. Hier ist gerade kürzlich ein Förderbescheid über 1,2 Millionen Euro auf den Tisch gekommen“, stellte er in den Raum. Auch für die Ausgestaltung der Ortsteile stünden Fördermittel in Aussicht. „Wir sind gut gerüstet, wir müssen jetzt unsere Erfolge fortsetzen“, schloss Bernd Poggemöller seine Ansprache.

Und mit dem Rückenwind seiner Fraktion habe er jetzt „richtig Bock auf Wahlkampf”, fügte er nach der Verkündung des Wahlergebnisses noch hinzu.

Westfalen-Blatt vom 22.06.2020

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