Heil sieht Chance auf SPD-Kanzler

von Gaby Arndt

Von Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford. Ein aktuelles Trendbarometer der Mediengruppe RTL/ntv zur Bundestagswahl sieht die CDU im Sturzflug und die SPD im Aufwind. Bundes-Arbeitsminister Hubertus Heil sieht daher bei aller Skepsis gegenüber Umfragewerten mit ihrem wechselnden Glück eine gute Chance für die SPD, im September den nächsten Kanzler zu stellen. Selbst, wenn die SPD nicht die stärkste Kraft wird. Heil: „Das Rennen ist offen.“

„Ein heißer Wahlkampf hier in Herford“

Das sagte er auf einer Wahlkampfveranstaltung seiner Partei am Mittwochnachmittag auf dem Alten Markt. Bundesfinanzminister Olaf Scholz steht in den Umfragewerten der vergangenen Wochen bekanntlich besser da als Armin Laschet von der CDU und Annalena Baerbock von Bündnis 90/Die Grünen. Davon hatte die SPD bis dahin kaum profitieren können.

Heil war nach Herford gekommen, um den SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze als „engagierten Politiker“ zu unterstützen und erklärte erwartungsgemäß, dass Scholz nur zu bekommen sei, wenn auch die SPD gewählt werde.

Er traf im sonnigen Herford auf ein wohlgesonnenes Publikum, das es sich auch auf den Stühlen des Restaurants Föge im Schatten bequem gemacht hatte. „Ein heißer Wahlkampf hier“, scherzte der Minister, als er sein Jackett ablegte. Selbst die Gruppe „Netzwerk Frauen und Arbeitspolitik“ wollte mit ihren handgemalten Plakaten die Vorsätze Heils untermauern, in der nächsten Legislaturperiode die Minijobs als Erwerbsgrundlage abzuschaffen oder allenfalls für Studenten und Rentner zu erhalten. Minijobber, das betonte Heil, seien Verlierer der Corona-Krise. Sie profitieren nicht vom Kurzarbeiter-Geld, das so Heil, schon in der ersten Welle Millionen Arbeitsplätze gerettet habe.

Stefan Schwartze berichtete von seinem „Tür-zu-Tür-Wahlkampf“, bei dem er immer wieder Sorgen um den Sozialstaat, um die Arbeitsverhältnisse und um die Rente zu hören bekomme.

Heil selbst startete mit Werbung für die Corona-Impfung als eine Voraussetzung für ein funktionierendes Wirtschaftsleben und Normalität in Schulen und Universitäten: „Nur so kommen wir aus dem Mist heraus.“ Er beschwor das Bild einer an Covid erkrankten schwangeren Frau, die nach der Entbindung mit ihrem Baby auf dem Bauch auf der Intensivstation liegt. Pflegekräfte einer Corona-Station hatten ihm so vor Augen geführt, dass sie noch immer um viele Leben kämpfen müssen.

„Kraftanstrengung für mehr Ausbildung“

Er appellierte an die Unternehmen, den jungen Leuten jetzt eine Chance zur Ausbildung zu geben, die in ihrer Schulzeit coronabedingt keine Chance gehabt hätten, interessante Berufe kennenzulernen. „Wir brauchen nicht nur Akademiker – wir brauchen Master und Meister“, sagte er. Heil will ein Recht auf Weiterbildungszeiten , ....

 

Weiterlesen Neue Westfälische vom 12.08.2021

Zurück