Gefällte Eichen werden zum Denkmal

von Elena Strehle

c/o: Natalie Lydia Meyer

Von Natalie Lydia Meyer

Löhne-Gohfeld. Die bunten Bänder an der Richtkrone wehen im Wind. Erfolgreich wurde der Richtkranz an der Schutzhütte von Gerhard Kruse in seinem Landschaftsschutzgebiet Fasanenweg befestigt. Mit Freunden, Nachbarn, Bekannten und Verwandten feierte Gerhard Kruse dort am Samstagnachmittag Richtfest.

Im Juli 2016 beschloss Gerhard Kruse im Andenken an Martin Luther die Landschaft am Fasanenweg mit Bäumen aufzuforsten. »Die Reformation war ein wichtiger Schritt. Dieses Andenken soll, wie der Natur- und Umweltschutz, verbleiben«, sagte Gerhard Kruse.

Mit diesem Gedanken begann mit Unterstützung die Aufforstung. Es wurden nach Angaben von Kruse etwa 5000 junge heimische Bäume gepflanzt. Durch die Trockenheit der vergangenen zwei Jahre und Startschwierigkeiten bei der Umsetzung haben viele junge Bäume die zwei Jahre nicht überlebt. Aus diesem Grund wird sich Förster Herwart Siebert von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) zusammen mit der Jugendorganisation Deutsche Waldjugend Herford der SDW zukünftig um die Bäume kümmern. Etwa 50 Mitglieder der Jugendorganisation haben bereits ihr freiwilliges Interesse an der Aktion bekundet.

»Der Wald ist lebenswichtig. Deshalb freut es uns für die Menschen im Kreis Herford und für die Umwelt, die Aufforstung zu unterstützen«, betonte Angela Lück von der SWD des Kreisverbandes Herford, die ebenfalls in der Nähe des Gebietes wohnt. »In 15 Jahren soll der Zaun zum Schutz der jungen Bäume vor Wildtieren entfernt werden und ebenfalls um 2030 das Tor zum aufgeforsteten Wald geöffnet werden. Bis dahin soll jedes Jahr am Reformationstag das Tor geöffnet werden«, erzählte Gerhard Kruse. Ziel sei es, einen Wald entstehen zu lassen, in dem nicht wild gewirtschaftet wird. 

Zudem hat Gerhard Kruse noch vor Wegschilder aufzustellen, damit man sich auf dem Waldgelände zurechtfindet. Die Idee, dass vor dem aufgeforsteten Gebiet eine Schutzhütte entsteht, entstand im vergangenen Jahr. Denn zwei nah beieinanderstehende Eichen mussten gefällt werden. Die Bäume waren bereits 135 Jahre alt.  Nach dem Einschnitt kam Kruse die Idee zu der Schutzhütte.

»Das Holz der Bäume war wunderschön. Hiermit zu arbeiten machte Freude. Zum Glück erhielt ich die Genehmigung, die Hütte bauen zu dürfen«, erzählte Kruse, der zusammen mit einem Nachbarn das komplette Holz zugeschnitten hat. Zimmermann Nils Petersen stelle innerhalb von zweieinhalb Tagen dann die Hütte auf. Die gesamte Hütte bis auf die Firstlatte besteht aus dem Eichenholz der Bäume. 

Eine weitere Besonderheit an der Hütte ist, dass sie mit Kupfer- und Holzdübeln verbunden wurde. »Diese Konstruktion ist ein Pilotprojekt von mir. Die Verbindungen gehen nicht mehr auseinander. Kein Dieb kann das Holz stehlen, ohne es mit der Säge zu zerstören. Ich hoffe, die Hütte steht wie die Bäume auch noch weitere 135 Jahren«, sagte Kruse.

Über dem Eingang der Hütte steht »Lüttjen Kroigers Land wird Wald«.  Mit dem plattdeutschem »Lüttjen Kroiger« ist der kleine Kruger gemeint. Dies bezieht sich auf einen Vorfahren von Gerhard Kruse, der durch eine Mitgift im 17 Jahrhundert das Land erhielt. Der zweite Teil bezieht sich auf die Aufforstung. Neben der Inschrift sind links und rechts die Jahre 1517 und 2017 sowie die Lutherrose eingeritzt. Die Jahreszahlen beziehen auf die Reformation von Martin Luther. Die Jahreszahl 1517 bezieht sich auf den Umlauf der 95 Thesen von Luther und das Jahr 2017 auf das 500. Jubiläum der Reformation.  

Gemeinsam mit Freunden, Nachbarn, Bekannten und Verwandten wurde die Erbauung der Schutzhütte auf dem Richtfest gefeiert.

Westfalen-Blatt vom 17.09.2019

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