»Einzigartiges Erfolgsmodell« feiert runden Geburtstag

von Elena Strehle

c/o: Lydia Böhne

Von Lydia Böhne

Löhne (WB). Ein Jahr haben Einrichtungsleiterin Dr. Christine Dittrich und ihr Team an der Feier anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Autisten-Wohnheims Spatzenbeg gearbeitet. Zur Feierstunde haben Bewohner und Mitarbeiter gestern zahlreiche Ehrengäste begrüßt.

Einen kleinen Einblick in die Historie des Wohnhauses für Menschen mit frühkindlichem Autismus, das aus dem Engagement einer Elterninitiative hervorgegangen ist, gab Norbert Wellmann. Ohne den Förderverein, den die betroffenen Eltern 1990 gegründet hatten, sei der Spatzenberg laut des AWO-OWL-Präsidiumsvorsitzenden undenkbar. 1992 hatte der Förderverein das Grundstück am Neuen Kamp erworben und 1998 dort unter der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO) das Wohnheim erbaut (diese Zeitung berichtete).

Für Bürgermeister Bernd Poggemöller sei dies ein schönes Beispiel dafür, was durch ein gemeinsames Bestreben erreicht werden könne. Diesem Gedanken schloss sich auch Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl an. »Die Eltern haben sich überlegt, was aus ihren Kindern werden soll, wenn sie selbst sich nicht mehr kümmern können. Schließlich handelt es sich in Teilen um Beeinträchtigungen, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind und deshalb auf Unverständnis treffen können«, sagte sie in diesem Zusammenhang. Weil es keine geeigneten Betreuungsangebote gab, hatten die Eltern die Zukunft ihrer Kinder selbst in die Hand genommen. »Eine mutige Entscheidung«, wie Bernd Poggemöller ergänzend anmerkte.

Ein Lob sprach Marianne Thomann-Stahl auch an die AWO aus. »Auch Sie ist ein Risiko eingegangen – mit Erfolg. Die Wohn- und Betreuungseinrichtung Spatzenberg ist ein einzigartiges Erfolgsmodell in Ostwestfalen-Lippe«, sagte die Regierungspräsidentin. Nicht vergessen dürfe man an dieser Stelle auch die Mitarbeiter. »Da viele der Bewohner nicht sprechen und dadurch nicht ihr Befinden oder Schmerzen ausdrücken können, ist es unsere größte Herausforderung, ihre Gefühle richtig zu erkennen«, erläuterte Christine Dittrich. Dadurch sei man automatisch in jede persönliche Krise, aber gleichzeitig auch in jedes Glücksgefühl, eingebunden.

Dazu, an einem Ort leben zu dürfen, wo man die Wahrnehmungsbesonderheiten berücksichtige und den Menschen »so sein lässt, wie er ist«, beglückwünschte Ärztin und Autorin Dr. Christine Preißmann die Bewohner. »Wir wollen uns in der Zukunft noch mehr für die Inklusion rund um den Spatzenberg bemühen«, sagte Ulrike Bläute-Weber, Vorsitzende des Fördervereins Wohnheim Spatzenberg.

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