„Diese Region ist ohne die AWO nicht vorstellbar“

von Elena Strehle

100 Jahre alt: Vier Bundestagsabgeordnete feiern Wohlfahrtsverband

c/o: Annika Tismer

Von Annika Tismer

Herford. In 100 Jahren AWO-Geschichte hat es viele prägende Ereignisse gegeben. Höhen und Tiefen haben die Entwicklung des Verbands bestimmt. Einen Blick auf die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft, haben Mitglieder sowie Vertreter der Politik am Samstagvormittag im Zuge eines Neujahrsempfangs der vier ostwestfälischen SPD-Bundestagsabgeordneten zum 100-jährigen Bestehen geworfen.

Die Werte der Arbeiterwohlfahrt, aber auch die Notwendigkeit des ehrenamtlichen Engagements, standen dabei ganz besonders im Fokus. „Denn ohne Menschen, die sich sozial engagieren, würde unsere Gesellschaft ganz anders aussehen“, betonte der Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze als einer von vielen Rednern im AWO-Berufskolleg in Herford. „Diese Region ist ohne die AWO nicht mehr vorstellbar.“

Dem schloss sich die Bundestagsabgeordnete Dr. Wiebke Esdar an: „Wir sind heute ganz besonders darauf angewiesen, dass es Menschen gibt, die sich sozial und ehrenamtlich engagieren.“ Hier bilde die AWO einen wichtigen Verband, der genau diesen Einsatz bündele und koordiniere.

„In einer Zeit, in der Rechtsradikalismus wieder ein Thema ist, braucht es eine Gesellschaft, die sozial miteinander ist, ganz besonders. Denn eine solche Gemeinschaft driftet nicht so schnell auseinander“, betonte die Bundestagsabgeordnete Elvan Korkmaz-Emre. Die Werte der AWO – Gleichheit, Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit und Toleranz – seien heute von besonderer Notwendigkeit. „Wir können dankbar sein, dass es Menschen gibt, die genau das durch die AWO in die Gesellschaft tragen“, sagte der Bundestagsabgeordnete Achim Post.

Das sah auch Landtagsabgeordnete Angela Lück, selbst Mitglied in Präsidium und Aufsichtsrat, so: „Wir sollten uns Tag für Tag auf diese wichtigen Werte berufen.“ Wie genau die AWO die Werte in den vergangenen 100 Jahren nach außen getragen und gelebt hat, erläuterte Prof. Jürgen Mittag, der Meilensteine der AWO aufzeigte und sowohl Krisen als auch Erfolge benannte: „Wenn wir uns das heute ansehen, können wir sagen, dass die AWO ein Wohlfahrtsverband in voller Entwicklung ist.“

Wie diese Entwicklung aktuell aussieht, schilderte Wolfgang Stadler, Vorsitzender des AWO-Bundesverbands. „Unsere Werte sollen auch künftig ganz vorne stehen. Aber wir wollen uns auch mit anderen Themen auseinandersetzen“, sagte er. So sei das neue AWO-Grundsatzprogramm gerade erst verabschiedet und veröffentlicht worden. Hier sei das Thema Nachhaltigkeit neu verankert und mit dem Grundwert der Gerechtigkeit verknüpft worden. „Denn Klimaschutz ist eine Frage der Gerechtigkeit.“

Dass es innerhalb der AWO OWL aktuell eher Erfreuliches zu berichten gibt, erläuterten zum Abschluss Gisela Kucknat, Geschäftsführerin des AWO Kreisverbands Herford, und Heike Brünnich, Leiterin der Abteilung Kindertagesstätten innerhalb der AWO OWL. So habe es im vergangenen Jahr zahlreiche Angebote und Kontakte der Ortsvereine im Kreis Herford gegeben. „Wir haben sehr viele Menschen erreicht.“ Nun sei es wichtig, in die Zukunft zu schauen und dabei neue Formen zu finden, um wieder mehr jüngere Mitglieder zu gewinnen.

In Bezug auf die Arbeit der Kindertagesstätten der AWO in OWL konnte Heike Brünnich ein besonders erfolgreiches Projekt vorstellen. „Wir haben eine Vielzahl von Frauen mit Fluchterfahrung erreicht, die wir zu Integrationsbegleiterinnen schulen konnten.“

Westfalen-Blatt vom 03.02.2020

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