Bünder übernimmt Fraktionsvorsitz im Landtag

von Gaby Arndt

Der Jugendlandtag tagte in Düsseldorf. Der Dünner Glen Westerfeld kommt als Vertreter von Angela Lück in das Gremium.

Bünde/Düsseldorf. Eigentlich tagt der Jugendlandtag einmal im Jahr. Im Jahre 2020 musste die Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie allerdings ausfallen. Vor einigen Tagen tagte das Gremium nun wieder in den Sitzungsräumen und im Plenarsaal des Düsseldorfer Landtages, direkt am Rhein. Die heimische Landtagsabgeordnete Angela Lück schickte als ihren Vertreter den 16-jährigen Glen Westerfeld aus Bünde-Dünne in den Jugendlandtag.

„Die Mitglieder des Jugendlandtages sind zwischen 16 und 22 Jahre alt“, sagt Glen Westerfeld, der seit knapp drei Jahren Mitglied bei den Sozialdemokratischen ist. Im Alter von 14 Jahren konnte Westerfeld Mitglied einer Partei werden. „Ich habe mir alle Programme der Parteien zu jener Zeit genau angesehen. Die SPD entsprach hierbei am meisten meinen persönlichen Vorstellungen“, sagt der Schüler des Bünder Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, wo er sich als Stufensprecher engagiert.

Glen Westerfeld lobt die gute Gemeinschaft und die Hilfsbereitschaft in der SPD in Bünde und im Kreis Herford. „Da ich noch nicht Autofahren darf, bekomme ich immer wieder Angebote zur Mitnahme zu Veranstaltungen durch die Partei-Mitglieder“, sagt der Nachwuchspolitiker.

Schnell wurde Glen Westerfeld über die Grenzen der Stadt Bünde hinaus bekannt. Er avancierte zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden bei den Jusos und ist jüngstes Mitglied des Kreisvorstandes in der SPD. Ende November möchte Glen Westerfeld am Bundeskongress der Jusos in Frankfurt am Main teilnehmen.

Die 69 Mitglieder der jugendlichen Fraktion der SPD im NRW-Landtag wählten den Bünder bei der Tagung des Jugendlandtages zu ihrem Vorsitzenden. Westerfeld musste sich gegenüber mehr als zehn Mitbewerbern durchsetzt. „Es hat aber gereicht, obwohl die meisten Leute mich gar nicht kannten“, erzählt Glen Westerfeld. Der Fraktionsvorsitz wurde mit einer Doppelspitze besetzt. Charlotte Prante aus Essen agierte als Co-Vorsitzende.

Glen Westerfeld betont im Gespräch mit der NW, dass der Jugendlandtag kein „Spielplatz“ sei. Kern der Arbeit waren zwei Anträge, bei denen es um Rassismus bei der Polizei und die Digitalisierung an den NRW-Schulen ging. „Es ist wichtig, dass die Lehrer sich auch mit den Endgeräten auskennen und nicht unbedingt jeder Schüler ein Tablet hat“, sagt Westerfeld. Beide Anträge werden in Zukunft den Hauptausschuss des Landtages beschäftigen.

Im nächsten Jahr wird Glen Westerfeld wahrscheinlich nicht mehr am Jugendland teilnehmen. Er nennt den Besuch eine gute Erfahrung und möchte anderen Parteimitgliedern ebenfalls diese Möglichkeit zukommen lassen.

Westerfeld gilt als politisches Talent, trotzdem möchte der 16-Jährige zunächst seine schulische und berufliche Ausbildung an die erste Stelle seiner zukünftigen Planungen setzen. Er schließt eine zeitnahe Kandidatur nach der Volljährigkeit für den Landtag oder gar den Bundestag aus. „Lebenserfahrung ist mir wichtig und diese werde ich nach einem erfolgreichen Berufsabschluss sicherlich auch haben“, sagt Westerfeld.

Der junge Politiker setzt sich allerdings auch für das aktive Wahlrecht für 16-Jährige auf allen politischen Ebenen ein. Obwohl der junge Mann schon erfolgreich politische Felder bearbeitet hat, ist Glen Westerfeld doch ein normaler.....

 

Weiterlesen in der Neuen Westfälischen vom 05.11.2021 

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