Angela Lück ist Patin für Schlaganfall-Lotsen im Kreis Herford

von Elena Strehle

c/o: Monika Bax

Von: Anja Kottmann

Herford. Landtagsabgeordnete Angela Lück (SPD) ist neue Patin für die Schlaganfall-Lotsen im Kreis Herford. Im Gespräch mit den Lotsen Sabine Bruning, Nadine Esselmann und Gabriele Neitz informierte sich Lück im persönlichen Gespräch über die begleitete Nachsorge von Schlaganfall-Betroffenen.

Durch einen Reha- und Hausbesuch sowie regelmäßige Telefonkontakte koordinieren die Lotsen in Absprache und Zusammenarbeit mit den jeweiligen Haus- und Fachärzten ein Jahr lang die individuelle Nachsorge nach einem Schlaganfall.

„Ein Schlaganfall reißt den Betroffenen mit einem Schlag aus dem Leben.  Mit der neuen Situation und der Vielzahl an vorhandenen Hilfs-, Geld- und Sachleistungen im Gesundheitsmarkt sind der Patient und seine Angehörigen häufig überfordert“, berichtet Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, der zusammen mit Chefneurologen Prof. Dr. Matthias Sitzer Angela Lück im Klinikum Herford willkommen hieß.

„Ich bin begeistert von der Arbeit der Lotsen und freue mich, dass Schlaganfall-Betroffenen in unserer Region nun eine helfende Hand in dieser oft sehr schwierigen Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt zur Seite steht“, sagte Angela Lück, die im NRW-Landtag die Interessen der Region Herford vertritt, und fügt an: „Das Projekt trägt entscheidend dazu bei, Versorgungslücken in Ostwestfalen-Lippe zu schließen.“ Ab sofort wird Lück als Fürsprecherin der Herforder Schlaganfall-Lotsen deren Arbeit begleiten und im politischen Umfeld repräsentieren.

„Die klinische Akutbehandlung und auch die anschließende Rehabilitation sind in Deutschland sehr gut organisiert“, betont Prof. Sitzer. Das Klinikum Herford mit seiner zertifizierten Schlaganfall-Spezialstation, der sogenannten „Stroke Unit“, nimmt pro Jahr durchschnittlich über 1.200 Schlaganfall-Patienten für eine Akutversorgung auf. „In dieser großen Behandlungseinheit werden die Patienten von einem spezialisierten Team aus Neurologen, Pflegenden, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und Psychologen intensiv und kontinuierlich betreut“, unterstreicht Sitzer. Der leitende Oberarzt Dr. Bernd Engel ergänzt: „Bereits in der Akutversorgung kann der Kontakt zwischen den Betroffenen und den hoch spezialisierten Schlaganfall-Lotsen gut hergestellt werden. Die Patienten werden dadurch noch stärker persönlich in die Verpflichtung genommen, aktiv an ihrer Genesung zu arbeiten. Und sie profitieren von der qualifizierten Leistung der Lotsen, sie durch den Dschungel des Gesundheitssystems zu leiten.“

Dr. Michael Brinkmeier: „Sobald die Patienten nach der Akutpflege und der Reha wieder in ihr Zuhause zurückkehren, wird oft die korrekte Medikamenteneinnahme vernachlässigt. Ebenso werden die persönlichen Risikofaktoren wie z. B. Bluthochdruck, Rauchen oder Übergewicht ignoriert. Hier setzen die Lotsen mit einer koordiniert-vernetzten Nachsorge durch professionelle Begleitung an.“ Wichtig sei, erklärt Brinkmeier weiter, dass derzeit noch nicht jeder Betroffener in das Projekt aufgenommen werden kann. Alle Beteiligten kämpften dafür Schlaganfall-Lotsen dauerhaft in das Gesundheitssystem zu verankern.

Die Lotsen greifen auf fundierte Kenntnisse in der neurologischen Akutpflege und im Gesundheitsmanagement zurück und haben ergänzend eine spezielle „Case Management-Schulung“ absolviert. Sabine Bruning war bereits vor dem Projekt STROKE OWL im Klinikum Herford als Lotsin tätig. Dadurch kann das gesamte Lotsen-Team von einem regionalen Netz vieler Hilfsleistungen und Selbsthilfegruppen für Schlaganfall-Patienten profitieren.

Aus diesem Grund hat die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe (Gütersloh) zusammen mit Partnern und den Kliniken, wie das Klinikum Herford, das dreijährige Schlaganfall-Lotsen-Projekt „STROKE OWL“ ins Leben gerufen. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses fördert das Projekt für drei Jahre mit 7,1 Millionen Euro. Im Projekt nehmen die Lotsen jeweils an den Stroke Units die Patienten in das Programm auf und begleiten diese von der Akutstation in die Nachsorge im häuslichen Umfeld.

Im gesamten Raum Ostwestfalen-Lippe sind es pro Jahr über 6.000 bis- 7.000 Schlaganfall-Patienten, in ganz Deutschland rund 270.000 Fälle.

Das Projekt STROKE OWL soll zeigen, dass sich die Lebensqualität der Betroffenen durch die Lotsen-Betreuung verbessern lässt und das Risiko eines weiteren Schlaganfalls gesenkt werden kann. Bei der Studie werden unter Berücksichtigung festgelegter Aufnahmekriterien bis zu 2.000 Patienten in der Region OWL bis Herbst 2020 betreut. Ziel ist, dass die Lotsen-Leistung auch nach Abschluss des Projektes bald von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen werden, so dass zukünftig alle Schlaganfall-Patienten im Kreis Herford, in NRW und bundesweit davon profitieren können.  

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