Altersmedizin gewinnt an Bedeutung

von Katharina Brand-Parteck

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens besucht das Lukas-Krankenhaus

Foto: Salmon

Von Hilko Raske

Bünde(BZ). Mit welchen Problemen hat ein mittelgroßes Krankenhaus zu kämpfen? Und was macht seine Stärken aus? Antworten auf diese Fragen erhielt Barbara Steffens, NRW-Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, gestern Abend im Lukas-Krankenhaus.

Dr. Hans-Ulrich Sorgenfrei, Vorstand des Lukas-Krankenhauses, ging kurz auf die Geschichte der Einrichtung ein, die in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiert. Er wolle die Ministerin aber nicht mit den üblichen Klagen begrüßen, sondern zuallererst Worte des Dankes aussprechen. So sei die Krankenhausbaupauschale in NRW eine finanzielle Konstante, die mit dazu beigetragen habe, dass das Bettenhaus komplett habe saniert werden können. Und auch das Geriatriekonzept habe man vollständig übernommen. Gerade dieser Aspekt der so genannten Altersmedizin sei von größter Bedeutung, betonte Sorgenfrei: »40 Prozent unserer Patienten sind über 75 Jahre alt.« Jeder Patient in dieser Altersgruppe werde bei der Aufnahme komplett gescreent. Immerhin sei das Krankenhaus für Menschen über 75 Jahre ein Hochrisikofaktor. Der Krankenhausvorstand erwähnte in diesem Zusammenhang, dass auch die Arzneimittelsicherheit ein zentrales Thema im Lukas-Krankenhaus sei. »70 Prozent der Medikationsfehler werden bei der Aufnahme ins Krankenhaus gemacht.« Das Lukas-Krankenhaus prüfe deshalb bei der Aufnahme von Patienten alle verordneten Medikamente, um gefährliche Nebenwirkungen zu eliminieren.

Die Gesundheitsministerin wies darauf hin, dass gerade der demografische Wandel und das Älterwerden der ganzen Gesellschaft besonders für die medizinische Versorgung eine Herausforderung darstelle. Hier sei es wichtig, die doppelte Facharztversorgung im stationären und ambulanten Bereich sektorübergreifend zu koordinieren: »Wir sind das einzige Land in Europa, in dem Fachärzte nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch in eigenen Praxen praktizieren.« Eine besondere Bedeutung komme dabei den Gesundheitskonferenzen auf kommunaler und regionaler Ebene zu.

 

Westfalen-Blatt Bünde, 28.08.2015

Zurück