A30-Lärm überschreitet Grenzwerte

von Gaby Arndt

Abgeordnete von Bund und Land unterstützen Anwohner – Petition für höhere Schutzwand

Von Kathrin Weege

Bünde (BZ). Im Garten ver-stehen sie ihr eigenes Wort kaum, nachts müssen die Fenster geschlossen bleiben. Die Anwohner der Weberstraße in Ahle klagen über die zu niedrige Lärmschutzwand an der A30 (wir berichteten). Jetzt haben sie sich Unterstützung aus der Politik geholt.

Bundestagsabgeordneter Stefan Schwartze und Landtagsabgeord­nete Angela Lück (beide SPD) haben sich vor Ort informiert. »Die Lärm­grenzwerte werden hier Tag und Nacht überschritten«, berichtet An­wohner Bodo Meier den beiden. 64 Dezibel seien tagsüber erlaubt. Ge­messen haben die Bürger selber schon deutlich höhere Werte. Frie­del Krömker hatte auch Donnerstag sein Messgerät dabei. »Wenn die Lastwagen vorbeidonnern, habe ich hier bis zu 80 Dezibel im Display stehen gehabt. Als ich noch berufs­tätig und weniger zu Hause war, fiel mir das nicht so auf. Heute ist es eine Belastung«, sagt er. Am lautes­ten ist es bei Süd-West-Wind. Don­nerstag wehte der Wind aus nördlcher Richtung. Da war es mit 69 De­zibel etwas leiser.

Zum Termin mit den beiden Poli­tikern waren zehn Anwohner der umliegenden Straßen gekommen. Allen ergeht es ähnlich. Einig sind sie sich darüber, dass der Flüsteras­phalt, der vor gut vier Jahren auf die A30-Fahrbahn gekommen ist, kaum eine Entlastung gebracht hat. »Wir fordern Gleichberechtigung. Denn auf der anderen Seite der A30 ist der Lärmschutzwall schon im­mer höher gewesen. Inzwischen wurde sogar noch eine weitere Wand oben drauf gesetzt. Da die A30 direkt gegenüber wohl kaum leiser sein kann als bei uns, fordern wir ein ähnliches Bauwerk«, fasst Bodo Meier zusammen.

Krömker hat Mittwoch dann auch gleich hinter der neuen Lärm­schutzwand die Werte gemessen. Mit 47 Dezibel ist es deutlich leiser als gegenüber. Stefan Schwartze und Angela Lück schauten sich mit den Anwohnern diese Schutzwand genau an. Dann schlug Schwartze folgende Vorgehensweise vor: »Die Bürger stellen eine Petition an den Landtag und/oder den Bundestag. Wir prüfen noch einmal genau, was mehr Sinn macht.« Es müssten Neuberechnungen zum Lärmauf­kommen erfolgen. »Dabei werden Werte gemessen und auch berech­net«, so Schwartze. Die Bürger soll­ten entsprechend die Erhöhung der Lärmschutzwand fordern – außer­dem müsse sie verlängert werden bis zur Auffahrt Bünde. Die Spenger Straße benötige ebenfalls einen Schutz. »Eine Petition ist der richti­ge Weg. Es reicht in einem solchen Fall nicht, nur mit dem Landesbe-trieb Straßen NRW zu sprechen«, ergänzt Lück. Den Bürgern brennt vor allem eine Frage unter den Nä­geln: Wie schätzen die Politiker die Chancen für die Umsetzung ein? »Das ist jetzt schwer zu beantwor­ten«, gibt Schwartze zu. »In diesem Jahr wird sicher noch nichts passie­ren, das wird schon etwas dauern – Gelder müssen in den Haushalt ein­gestellt werden und überhaupt zur Verfügung stehen«, ergänzt Lück.

Die Stadt Bünde selber kann nicht viel tun. Ulf Dreier, stellver­tretender Bürgermeister, hat den Kontakt zu den Abgeordneten her­gestellt. »Wir selber könnten maxi­mal ein paar Bäume pflanzen. Das wird hier aber nicht ausreichen«, sagte er. Bodo Meier ist nach dem Ortstermin zufrieden. Denn endlich nimmt sich jemand der Sache an.

 

Westfalen-Blatt vom 05.07.2019

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