»Nadeschda«: Hilfe im Wandel

von Gaby Arndt

HK/epd

Herford (HK/epd). Die neue Landesregierung will die Beratungsstellen für Opfer von Menschenhandel weiter fördern. Das kündigte NRW-Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (CDU) am Freitag anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Beratungsstelle »Nadeschda« in Herford an. »Nadeschda« habe die Arbeit immer wieder den Erfordernissen des gesellschaftlichen Wandels angepasst, erklärte die Ministerin in ihrem Grußwort, das beim Empfang im Gemeindehaus am Münster verlesen wurde. Dabei verwies sie auf die gestiegene Zahl weiblicher Flüchtlinge aus Afrika, die von Menschenhändlern in Europa zur Prostitution gezwungen wurden und nun die Hilfe der Beratungsstelle suchen.

NRW besitze ein bundesweit vorbildliches Schutz- und Hilfesystem für die Opfer von Gewalt und Menschenhandel, betont die Politikerin. Angesichts der Ankunft von immer mehr geflüchteten Frauen stellte sich jedoch »verstärkt die Frage, wie die notwendigen Hilfen nachhaltig finanziert werden können«. Die Landesregierung wolle die Bekämpfung von Gewalt und den Schutz der Opfer »besser koordinieren«.

»Nadeschda« begleitet seit 1997 Frauen, die Gewalt, sexuelle Ausbeutung und Zwangsprostitution erlebt haben. Der Name bedeutet im Russischen »Hoffnung« – anfangs waren es nach Angaben der Frauenhilfe vor allem Frauen aus Osteuropa, die Hilfe benötigten. Inzwischen seien es mehrheitlich Westafrikanerinnen. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle müssten sich »immer wieder auf andere Kulturen einstellen«, hob die Ministerin hervor. Sie hätten für die Identifizierung und Begleitung der ratsuchenden Frauen im Asylverfahren zu sorgen, die Versorgung ihrer Kinder zu sichern und bei Traumatisierung Hilfe anzubieten.

Durch die gestiegene Zahl an Flüchtlingen habe die »sprachübergreifende Hilfe für Frauen in besonderen Lebenssituationen« zusätzliche Aktualität erhalten, erklärte Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl. Die Beratungsstelle stärke Betroffene und zeige Wege auf, wie diese wieder ein selbstbestimmtes Leben führen könnten.

 

Herforder Kreisblatt, 23.09.2017

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